MELBOURNE (Dow Jones/mn). Auch bei Kraftwerkskohle rechnet der britisch-australische Bergbaukonzern weiterhin mit einer starken Nachfrage. Mit der zunehmenden Urbanisierung und Industrialisierung in den Schwellenländern steige die Stahlnachfrage und die derzeit verfügbaren Ressourcen an Kokskohle könnten mit diesem wachsenden Bedarf wahrscheinlich nicht mithalten, sagte Bill Champion, Managing Director von Rio Tinto Coal Australia, bei einer Präsentation für Analysten. Insgesamt sagt Rio Tinto eine Zunahme der Nachfrage nach Kokskohle um 3% bis 2020 voraus, für Brasilien, Indien und China sieht der Konzern das jährliche Nachfrageplus bei 8%. Die Preise für Kokskohle würden gemessen an historischen Niveaus hoch bleiben, da die Nachfrage schnell steige und Alternativen fehlten, sagte Champion.

Trotz zunehmender Alternativen werde Kohle auch in den kommenden Jahren der wichtigste Brennstoff für die Stromerzeugung bleiben, sagte Champion. Zwar decke China den Großteil des Bedarfs an Kraftwerkskohle aus heimischen Minen, doch der zunehmende Stromverbrauch und der Ausbau der Kraftwerkskapazitäten werde die Nachfrage nach importierter Kohle steigen lassen. 2030 werden laut Rio Tinto Chinas Kohlekraftwerke 6.639 Terawattstunden Strom erzeugen nach 2.685 Terawattstunden im Jahr 2007.

In Indien werden diesen Schätzungen zufolge die Kohlekraftwerke 2030 rund 1.935 Terawattstunden Strom erzeugen nach 537 Terawattstunden 2007. “Indiens Importe von Kraftwerkskohle werden sich in den kommenden fünf Jahren wohl verdoppeln”, sagte Champion.

Rio Tinto befinde sich in einer guten Lage, um von diesen Trends zu profitieren. Die Beseitigung von Infrastrukturengpässen werde es dem Londoner Konzern erlauben, die Kapazität seiner Kohleminen in Australien voll auszunutzen.