Tesla Model 3

Für das Tesla Model 3 liegen zahlreiche Bestellungen vor. - Bild: Tesla

Tesla hat mit der Massenfertigung des Model 3, seinem ersten Volumenmodell, begonnen. Zahlreiche Vorbestellungen für das E-Auto liegen vor. Deshalb sagt Axel Schmidt, Geschäftsführer für den Bereich Automotive bei der Unternehmensberatung Accenture: "Das Model 3 zeigt, dass Tesla endgültig zum ernst zunehmenden Konkurrent für die etablierten Autohersteller aufgestiegen ist."

Gleichwohl berge die Produktion für den Volumenmarkt auch einige ganz neue Aufgabenstellungen für den OEM. "Bisher hat Tesla keine Erfahrungen mit der Massenfertigung. Damit kommen ganz neue Anforderungen beim Qualitätsmanagement und der Steuerung von Zulieferern auf Tesla zu", erklärt Schmidt.

Zwar seien E-Autos in der Herstellung weniger komplex als konventionelle Autos, gleichwohl sei der Sprung von bisher 80.000 produzierten Fahrzeugen im Jahr auf allein 10.000 produzierte Model 3 pro Woche – wie es Tesla für 2018 ankündigte – eine gewaltige Herausforderung. Schmidt: "Deshalb tut Tesla gut daran, weitere Komplexität zu vermeiden und das Fahrzeug vorerst nur in begrenzten Ausstattungsvarianten anzubieten."

Neue Player contra etablierte OEMs

Darüber hinaus habe mit dem Model 3 der Kampf um den Massenmarkt für Elektromobilität endgültig begonnen. Die Akteure: Volumenhersteller aus China mit günstigen Preisen, die großen Automarken mit langjähriger Erfahrung im Fahrzeugbau und festem Kundenstamm, sowie neue Player wie Tesla, die mit unkonventionellen Ansätzen und starker Fokussierung auf Kundenbedürfnisse den neu entstehenden Markt besetzen wollen. "Wer das Rennen gewinnt, ist heute noch vollkommen offen", kommentiert Schmidt.

Ein wichtiger Wettbewerbsvorteil deute sich aber an: Die Batterieproduktion und ob diese intern hergestellt oder extern zugekauft werden müssen. Zwar sinken die Batteriepreise derzeit, doch könnte sich das Angebot wegen steigender Nachfrage durch Massenproduktion von E-Autos in den kommenden Jahren stark verknappen. Accenture-Experte Schmidt sagt: "Tesla wäre dann mit seiner eigenen Batterieproduktion unabhängiger von Nachfrage bedingten Schwankungen bei Verfügbarkeit und Preis."

Wettrennen um Mobilität der Zukunft

Neben dem harten Kampf, wer in Sachen Elektromobilität die Nase vorn hat, müssen die OEMs noch an anderen Fronten kämpfen. "Die Elektromobilität ist nur eine von vier Entwicklungen, die die Automobilindustrie in den nächsten Jahren grundlegend verändern wird. In Zukunft werden unsere Autos vernetzt sein, autonom fahren, vor allem als Flottenfahrzeuge zur Nutzung auf Zeit unterwegs sein und einen elektrischen Antrieb haben", so Schmidt.

Wer das zukünftige Ökosystem für die Mobilität von morgen dominieren will, müsse in allen vier Feldern vorne mit dabei sein. Das spiegele sich auch in den Strategien der Autohersteller wieder. Der Experte von Accenture erklärt: "Es reicht dann nicht mehr, gute und reichweitenstarke Elektroautos zu bauen, wenn diese nicht auch in Mobilitätsdienste eingebunden und fahrerlos unterwegs sind."