Zwei von drei Unternehmen nutzen Cloud Computing. Das ergab eine Bitkom-Studie

Zwei von drei Unternehmen nutzen Cloud Computing. Das ergab eine Bitkom-Studie. - Bild: PIxabay

Laut der Umfrage plant oder diskutiert jedes fünfte Unternehmen (21 Prozent) den Cloud-Einsatz, für weitere 13 Prozent ist dies hingegen kein Thema. „Cloud Computing hilft Unternehmen jeder Größenordnung, die Herausforderungen der digitalen Transformation zu meistern. Diese Erkenntnis hat sich durchgesetzt“, sagte Dr. Axel Pols, Geschäftsführer von Bitkom Research bei der Vorstellung der Studienergebnisse im Rahmen der Cebit.

Aus Großunternehmen ist Cloud Computing kaum noch wegzudenken. Acht von zehn Unternehmen (83 Prozent) mit mehr als 2.000 Mitarbeitern setzen mittlerweile auf Cloud-Dienste. In Unternehmen mit 100 bis 1.999 Mitarbeitern liegt die Cloud-Nutzung bei 65 Prozent, ähnlich hoch wie bei kleineren Unternehmen mit 20 bis 99 Mitarbeitern (66 Prozent). „Ob Kleinstbetrieb oder Großkonzern – Cloud Computing hat sich in aller Breite durchgesetzt“, sagte Peter Heidkamp, Head of Technology bei KPMG.

Cloud Computing bezeichnet aus Sicht der Anwender die bedarfsgerechte Nutzung von IT-Leistungen wie beispielsweise Software, Speicherplatz oder Rechenleistung über Datennetze. Das Datennetz kann ein unternehmens- bzw. organisationsinternes Intranet (Private Cloud Computing) oder das öffentliche Internet (Public Cloud Computing) sein.

So nutzte im vergangenen Jahr die Hälfte der Unternehmen (51 Prozent) Private-Cloud-Anwendungen, fast ein Drittel (31 Prozent) setzte auf Public-Cloud-Lösungen. Dabei ziehen immer mehr Unternehmen die Public Cloud in Betracht. War im Jahr 2016 für mehr als die Hälfte (55 Prozent) die Public Cloud noch kein Thema, so sagen dies im Jahr 2017 nur noch 42 Prozent.

Vorteile durch Cloud Computing

Wer auf die Public Cloud setzt, zieht daraus mehrere Vorteile. Einerseits ist man räumlich unabhängiger. Drei von vier Public-Cloud-Nutzern (75 Prozent) bestätigen eine Verbesserung beim ortsunabhängigen Zugriff auf ihre IT. Zwei Drittel (66 Prozent) sehen eine schnellere Skalierbarkeit der eigenen Ressourcen. Für die Hälfte (50 Prozent) wurde die Sicherheit ihrer Daten durch die Public Cloud verbessert.

Jedes fünfte Unternehmen gibt jeweils an, dass der Verwaltungsaufwand abgenommen hat (21 Prozent) oder dadurch IT-Kosten gesenkt wurden (18 Prozent). Dagegen sagt ein Viertel (25 Prozent) der Public Cloud-Nutzer, dass es in den letzten 12 Monaten zu Sicherheitsvorfällen in den von ihnen genutzten Cloud-Lösungen gekommen ist. Für weitere 21 Prozent bestand ein solcher Verdacht. Pols: „Für Unternehmen ist das Thema Sicherheit entscheidend, wenn sie Anwendungen in der Public Cloud nutzen. Wer hier als Anbieter überzeugt, hat einen klaren Wettbewerbsvorteil.“

Der Bitkom hat im Auftrag von KPMG untersucht, welche Unternehmen Cloud Computing bereits nutzt, den Einsatz plant oder zumindest darüber diskutiert
Der Bitkom hat im Auftrag von KPMG untersucht, welche Unternehmen Cloud Computing bereits nutzt, den Einsatz plant oder zumindest darüber diskutiert. - Grafik: Bitkom

Sorge um die Datensicherheit ist auch ein Hauptgrund, weshalb ein Teil der Wirtschaft noch nicht auf die Public Cloud setzt. Fast zwei Drittel der Nichtnutzer (63 Prozent) fürchten einen unberechtigten Zugriff auf sensible Unternehmensdaten. Mehr als die Hälfte (56 Prozent) hat Sorge, dass Daten in der Cloud verloren gingen.

Jeder zweite Nichtnutzer (50 Prozent) vermutet eine unklare Rechtslage. Unter dem Strich aber lässt die Skepsis gegenüber der Cloud in den Unternehmen etwas nach: Nur noch jeder dritte Nicht-Nutzer (35 Prozent) berichtet von internem Widerstand (2016: 40 Prozent) oder Zweifeln an der Integrationsfähigkeit der Public-Cloud-Lösungen mit der internen IT (33 Prozent, 2016: 43 Prozent). „Die Cloud-Anbieter haben gute Aufklärungsarbeit geleistet und an Vertrauen gewonnen“, so Heidkamp.

  • Im Jahr 2018 war die Blockchain-Technologie für sechs Prozent der vom Bitkom befragten Unternehmen die wichtigste Technik (2017: Zwei Prozent). Das macht Platz 8.

    Im Jahr 2018 war die Blockchain-Technologie für sechs Prozent der vom Bitkom befragten Unternehmen die wichtigste Technik (2017: Zwei Prozent). Das macht Platz 8. - Quelle: Bitkom, Bild: Pixabay

  • Elf Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass bei Ihnen 2018 das Thema Künstliche Intelligenz , also KI, am höchsten im Kurs steht - das macht Platz 7. 2017 waren es noch neun Prozent. - Quelle: Bitkom, Bild: Pixabay

    Elf Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass bei Ihnen 2018 das Thema Künstliche Intelligenz , also KI, am höchsten im Kurs steht - das macht Platz 7. 2017 waren es noch neun Prozent. - Quelle: Bitkom, Bild: Pixabay

  • Auf Platz 6 der wichtigsten Technologien landen - oder besser fliegen - Drohnen. 2018 waren sie für 20 Prozent der befragten Unternehmen die wichtigste Technologie (2017: 15 Prozent).

    Auf Platz 6 der wichtigsten Technologien landen - oder besser fliegen - Drohnen. 2018 waren sie für 20 Prozent der befragten Unternehmen die wichtigste Technologie (2017: 15 Prozent). - Quelle: Bitkom, Bild: Pixabay

  • Auf Platz 5 landen Virtual und Augmented Reality: 25 Prozent der vom Bitkom befragten Unternehmen haben das Thema im Jahr 2018 ganz oben auf ihrer Liste (2017: 22 Prozent).

    Auf Platz 5 landen Virtual und Augmented Reality: 25 Prozent der vom Bitkom befragten Unternehmen haben das Thema im Jahr 2018 ganz oben auf ihrer Liste (2017: 22 Prozent). - Quelle: Bitkom, Bild: Pixabay

  • Für 36 Prozent der befragten Unternehmen ist die Robotik 2018 klar die wichtigste Technik (2017: 30 Prozent). Das macht Platz 4

    Für 36 Prozent der befragten Unternehmen ist die Robotik 2018 klar die wichtigste Technik (2017: 30 Prozent). Das macht Platz 4. - Quelle: Bitkom, Bild: Pixabay

  • Auf Platz 3 landet der 3D-Druck. Für 38 Prozent der Unternehmen, die der Bitkom befragt hat, ist er 2018 die wichtigste Technik (2017: 33 Prozent).

    Auf Platz 3 landet der 3D-Druck. Für 38 Prozent der Unternehmen, die der Bitkom befragt hat, ist er 2018 die wichtigste Technik (2017: 33 Prozent). - Quelle: Bitkom, Bild: Pixabay

  • Im Jahr 2018 steht das Thema Internet of Things (Internet der Dinge, IoT) bei 39 Prozent der Unternehmen ganz oben auf der Liste der wichtigsten Technologiethemen (2017: 37 Prozent). Das macht Platz 2.

    Im Jahr 2018 steht das Thema Internet of Things (Internet der Dinge, IoT) bei 39 Prozent der Unternehmen ganz oben auf der Liste der wichtigsten Technologiethemen (2017: 37 Prozent). Das macht Platz 2. - Quelle: Bitkom, Bild: Pixabay

  • Ganz klar auf Platz 1: Big Data. Für 57 Prozent der befragten Unternehmen ist das ohne Frage das wichtigste Technologiethema des Jahres 2018 (2017: 51 Prozent).

    Ganz klar auf Platz 1: Big Data. Für 57 Prozent der befragten Unternehmen ist das ohne Frage das wichtigste Technologiethema des Jahres 2018 (2017: 51 Prozent). - Quelle: Bitkom, Bild: Pixabay

Wer Cloud-Anwendungen nutzt oder damit plant, für den ist Datenschutz das Top-Kriterium, wenn es um die Auswahl eines Cloud-Dienstleisters geht. Praktisch alle Unter-nehmen (97 Prozent) geben an, dass für sie die Konformität mit der Datenschutz-Grundverordnung bei Cloud-Lösungen unverzichtbar ist. Für Acht von Zehn (79 Prozent) ist es essentiell, eine Ausstiegsstrategie bei Cloud-Angeboten zu haben.

Drei Viertel (76 Prozent) sagen, dass ihr Cloud-Anbieter seinen Hauptsitz in der EU haben muss. „Die jetzt gültige Datenschutz-Grundverordnung ist auch ein Grund für Rechtsunsicherheit bei Unternehmen, die beim Cloud Computing zögern“, so Pols. Anbieter mit Sitz in der EU besäßen daher einen klaren Wettbewerbsvorteil.

Verfügbarkeit der Cloud als KO-Kriterium

Die durchgehende Verfügbarkeit von Cloud-Diensten ist für die gewerblichen Kunden entscheidend. In der Vergangenheit beklagten jedoch viele Unternehmen Ausfälle. Insgesamt konnten sieben von zehn Cloud-Anwendern (69 Prozent) kurzzeitig nicht auf ihre Cloud-Lösungen zugreifen. Dafür gibt es verschiedene Ursachen: Am häufigsten waren technische Probleme auf Seiten des Cloud-Providers (46 Prozent) dafür verantwortlich.

Bei etwa jedem vierten Unternehmen (23 Prozent) waren technische Probleme in der internen IT der Grund, bei jedem dritten Unternehmen (35 Prozent) eine fehlende Netzwerkanbindung. 30 Prozent blieben im Vorjahr gänzlich von Ausfällen verschont. „Viele merken erst bei einem Ausfall, dass mit der Nutzung von Public-Cloud-Diensten nicht zwingend die notwendige Verfügbarkeit für Anwendungen sichergestellt ist. Eine durchdachte Sicherheitskonzeption kann dies verhindern“, so Marko Vogel, Director Cybersecurity bei KPMG.

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