Der Weltmarkt und China machen dem deutschen Maschinen- und Anlagenbau zu schaffen.

Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau hat mit dem Weltmarkt im Allgemeinen und China im Besonderen zu kämpfen. Bild: VDMA/Chiron-Werke

Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau kämpft weiter mit den Widrigkeiten des Weltmarktes. Die Unternehmen verzeichneten im September insgesamt ein Minus von 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das Inlandsgeschäft stieg um ein Prozent, das Auslandsgeschäft hingegen lag 18 Prozent unter dem Vorjahresniveau, teilte der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Montag in Frankfurt mit.

Auch der Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW) brach angesichts der Zahlen nicht in Jubelstürme aus. Laut VDW sank der Auftragseingang der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie im dritten Quartal 2015 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um einem Prozent.

Die Inlandsbestellungen stiegen um neun Prozent, die Auslandsnachfrage sank um sieben Prozent. In den ersten neun Monaten 2015 stagnierte der Auftragseingang gegenüber dem Vorjahr. Die Inlandsbestellungen sanken um drei Prozent, die Auslandsnachfrage verzeichnete ein Plus von einem Prozent

Im aussagekräftigeren Drei-Monats-Vergleich verbuchten die Maschinenbauer zwischen Juli und September unterm Strich ein Minus von einem Prozent. Einem Plus von acht Prozent der inländischen Aufträge stand ein Minus von sechs Prozent aus dem Ausland gegenüber.

"Im Verlauf des Jahres hat sich das Geschäft im Maschinen- und Anlagenbau wieder eingetrübt. Ursächlich dafür sind Turbulenzen insbesondere in China, die auf andere wichtige Märkte ausstrahlen. Bislang ist es den Unternehmen jedoch gelungen, die dortigen Rückgänge durch Zuwächse in den klassischen Industrieländern zu kompensieren. Die ersten neun Monate des Auftragseingangs schließen damit leicht unter Vorjahr (minus 1 Prozent)", kommentierte VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers das September-Ergebnis. 

"Im dritten Quartal bekam unsere Branche Rückenwind aus dem Inland und aus dem Euroraum", kommentiert VDW-Geschäftsführer Dr. Wilfried Schäfer das Ergebnis. Zur allgemeinen Überraschung habe sich Westeuropa als Zugpferd für die deutsche Werkzeugmaschinennachfrage entpuppt. Enttäuschend hingegen die Amerikas, deren Bestellungen in der ganzen Breite rückläufig waren. Asien insgesamt punktete mit einem kleinen Zuwachs. Guten Geschäften mit Südkorea und Japan steht jedoch ein kräftiges Minus bei den Bestellungen aus dem größten Markt China entgegen.

In den ersten drei Quartalen 2015 pendelten sich die Bestellungen auf hohem Niveau ein. Der Umsatz legte demgegenüber im gleichen Zeitraum sogar noch um zwei Prozent zu. Der VDW geht davon aus, dass es auch im Gesamtergebnis 2015 darauf hinauslaufen wird. Das entspricht nicht ganz den Erwartungen zu Beginn des Jahres.

"Damals gingen wir für von drei Prozent Zuwachs aus. In einer vergleichsweise zyklischen Branche wie der Werkzeugmaschinenindustrie sind Prognoseschwankungen von einem Prozentpunkt jedoch nicht so selten", sagt der VDW-Geschäftsführer. Das wirtschaftliche Umfeld berge außerdem jede Menge Unsicherheiten.

Dow Jones/VDMA/VDA