(Bild: DMG).

(Bild: DMG).

von Klaus Hiemer

LANDSBERG (ks). „Das Design von Werkzeugmaschinen spielt einezunehmend große Rolle, weil es einerseits das Image des Herstellers widerspiegelt, andererseits aber auch die Funktionalität einer Dreh- oder Fräsmaschine immens beeinflussen kann“, heißt es bei Deckel Maho Gildemeister (DMG). In Zusammenarbeit mit dem Designbüro Dominic Schindler Creations ist es dem Unternehmen nach eigenen Angaben gelungen, „eine atemberaubende Synthese aus moderner Formensprache und durchdachter Funktionalität zu schaffen.“

Sichtbare Kundenvorteile: Um bis zu 80 % vergrößerte Sicherheitsscheiben für eine optimierte Sicht auf den Arbeitsraum sowie 19-Zoll-Displays für eine komfortable Bedienung „haben potenzielle Kunden sofort begeistert“, bestätigt der DMG-Vertrieb. „Das Design von Investitionsgütern ist heute ein wichtiger Wettbewerbsfaktor und transportiert vor allem auch das Image des Unternehmens“, begründet Designer Schindler.

Erfolge mit designten Maschinen erzielt auch die Trumpf Werkzeugmaschinen GmbH + Co. KG. Das Unternehmen wurde kürzlich für die Gestaltung einer Lasermaschine mit dem „Machine Industry Design Award“ des japanischen Wirtschaftsministeriums ausgezeichnet – als erstes ausländisches Unternehmen überhaupt. Der von Trumpf selbst hergestellte TruDisk Laser könne in Verbindung mit Funktionen wie einem automatischen Düsenwechsler die Anforderungen nach Produktivitätssteigerung und Kostenreduzierung erfüllen, so die Begründung der Jury. „Hauptziel bei der Gestaltung war, die Schnelligkeit und Präzision des Festkörperlasers über das Design zu vermitteln“, schildert Thomas Rupp, Leiter des Entwicklungsteams bei Trumpf.

Einen hohen Stellenwert nimmt das Thema Design auch beim schweizerischen Werkzeugmaschinen-Hersteller Bystronic Group ein. „Hersteller von qualitativ hochwertigen Maschinen möchten, dass sich der Wert ihrer Produkte in einem modernen Design widerspiegelt. Denn das erwartet der Kunde heute, insbesondere in den Märkten, in denen nicht allein der Preis entscheidet“, sagt Martin Engel von Bystronic. „Maschinen mit einem minderwertigen Design haben es heute schwerer, Abnehmer zu finden.“ Ein Bystronic-Anwender, der kürzlich eine designte Laser-Schneidanlage gekauf hat, in einem Mail an das Unternehmen: „Die Maschine ist cool und Kunden, die mich besuchen, sehen, dass ich stolz auf die Anlage bin. Das gibt ihnen Vertrauen.“

Um Prozesskosten zu senken und das Firmenimage zu verbessern, hat die Klöckner Desma Elastomertechnik GmbH 2010 erstmals ein externes Designbüro engagiert. Ursprünglich sollte eine neu gestaltete Spritzgießmaschine nur den Besuchern einer Fachmesse präsentiert werden. „Für die Maschine selbst und deren Präsentation haben wir aber geradezu ehrfürchtigen Respekt erhalten“, bilanziert Geschäftsführer Martin Schürmann.

Industriedesign dürfte auch in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen. „Die Vorzüge des Designs werden auch im praktischen Einsatz der Dreh- und Fräsmaschinen immer wieder bestätigt, was nicht nur neue Kunden überzeugt, sondern auch der Kundenbindung dient“, heißt es bei DMG.

Produktion Nr. 48-49, 2011