Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer des VDW: „Obwohl das Umfeld in den vergangenen Monaten

Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer des VDW: „Obwohl das Umfeld in den vergangenen Monaten durch die Euroschuldenkri-se und ihre Auswirkungen auf die Weltwirtschaft deutlich schwieriger geworden ist und Investoren verunsichert, wird die Werkzeugmaschinenproduktion im laufenden Jahr weiter wachsen.“ Bild: VDW

FRANKFURT (ilk). Die Inlandsbestellungen stiegen um 99%. Ihr Niveau zog zuletzt im September jedoch mit der Auslandsnachfrage gleich. In den Monaten Januar bis September 2010 notierte die Gesamtnachfrage 77% über dem Vorjahr. Inländische Kunden bestellten 69%, ausländische Abnehmer 82% mehr als im Vorjahreszeitraum.

„Die gute Botschaft lautet: Der Aufschwung gewinnt an Breite. Die Produktion in wichtigen deutschen Abnehmerindustrien kommt in Fahrt“, berichtet Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer des VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken) in Frankfurt am Main. Jedoch warnt er vor Euphorie. „Bei aller Freude über die eindrucksvollen Zuwächse hinkt der Vorjahresvergleich. Realistisch ist der Vergleich mit den Ergebnissen 2008. Da liegen wir im dritten Quartal noch 20% unter dem Vergleichszeitraum und auf Jahressicht sogar 40% darunter.“

Die Kapazitätsauslastung klettert mit großen Schritten weiter nach oben. Mit 85,9% im Oktober liegt sie wieder nahe am langjährigen mittleren Wert. Aufgrund der Auftragsflut sind bestehende Produktionsanlagen besser ausgelastet. Allerdings wurden zum Teil auch Kapazitäten abgebaut. Der Auftragsbestand lag im Juni bei 6,9 Monaten. Die Firmen berichten von Engpässen bei wichtigen Zulieferteilen. Ende des dritten Quartals waren 64 300 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im deutschen Werkzeugmaschinenbau beschäftigt. Das signalisiert einen langsamen Aufwärtstrend im Vergleich zum Tiefststand im Sommer dieses Jahres.

„Vor dem Hintergrund der beschriebenen Rahmenbedingungen und vor allem der unerwartet hohen Auftragszuwächse hat der VDW seine Prognose nach oben revidiert“, berichtet Schäfer. Im August habe der Umsatz erstmals seit zwei Jahren wieder ins Plus gedreht. Zwar werde es trotz aller guten Fortschritte nicht für einen Produktionsanstieg reichen. Der Rückgang werde jedoch nur halb so stark ausfallen wie ursprünglich erwartet. „Statt einem Minus von 12% gehen wir nunmehr von einem Produktionsminus von nur noch 6% aus“, gibt Schäfer bekannt. Damit läge die Branche mit 9,3 Mrd Euro in etwa auf dem Stand von 2004.