Western Digital

Der Massenspeicher-Hersteller Western Digital hat sich mit dem Flash-Speicherspezialisten SanDisk auf eine Übernahme geeinigt. - Bild: Western Digital

Das entspricht einem Aufschlag von 15 Prozent auf den Schlusskurs vom Dienstag. Die Aktien von SanDisk legen vorbörslich um 6,2 Prozent auf 79,84 Dollar zu, die von Western Digital wurden vom Handel ausgesetzt.

SanDisk war Experten zufolge auf der Suche nach einem Käufer und Branchenbeobachter hatten Western Digital dabei als logischen Kandidaten ausgemacht. SanDisk hat von einer Nachfrageexplosion bei Produkten wie Smartphones profitiert. Zuletzt hatte der Hersteller von Flash-Speicherchips allerdings mit einer Reihe von Problemen zu kämpfen, darunter die Entscheidung von Apple, künftig Samsung-Chips statt die Solid State Drives, kurz SSDs, von SanDisk in seinen Produkten zu verbauen. SSDs nutzen Flash-Speicher und sind daher schneller als herkömmliche Laufwerke.

Diese Konkurrenz durch Flash-Speicher machte indes Western Digital Corp bei seinem Kerngeschäft mit Festplatten zu schaffen. SanDisk dürfte hier nun als Absicherung gegen Wettbewerbsdruck und zugleich Wachstumstreiber dienen.

Western-Digital-CEO Steve Milligan wird auch Chef des zusammengeschlossenen Unternehmens bleiben, das seinen Sitz im kalifornischen Irvine behalten wird. Nach Abschluss der Transaktion wird SanDisk-CEO Sanjay Mehrotra voraussichtlich Mitglied im Verwaltungsrat des fusionierten Unternehmens werden.

Western Digital rechnet durch den Zukauf mit einem Ergebnisbeitrag innerhalb von 12 Monaten nach Abschluss der Transaktion sowie jährlichen Einsparungen von 500 Millionen Dollar innerhalb von 18 Monaten. Die Quartalsdividende von Western Digital soll trotz der anhängigen Transaktion weitergezahlt, doch das Aktienrückkaufprogramm zunächst ausgesetzt werden.

In der US-Halbleiterindustrie hat es dieses Jahr eine Vielzahl von M&A-Aktivitäten gegeben. Ebenfalls am Mittwoch hatte der US-Chipausrüster Lam Research Corp mitgeteilt, den Rivalen KLA-Tencor für rund 10,6 Milliarden Dollar zu übernehmen. Ein sich verlangsamendes Wachstum und steigende Kosten haben die Konsolidierungswelle in der Branche losgetreten.