Peter Mohnen

Er will die Erfolgsgeschichte von Kuka fortschreiben: Peter Mohnen. - Bild: Kuka

Nun rechnet Kuka beim Umsatz nur noch mit rund 3,2 Milliarden Euro. Die Ebit-Marge soll bei rund 3,0 Prozent liegen. Zuvor hatte das Unternehmen 3,3 Milliarden Euro und 4,5 Prozent angepeilt. Die vollständigen Zahlen für 2018 und einen Ausblick auf das gerade angelaufene Jahr will Kuka am 28. März veröffentlichen.

 

Kuka streicht Ziele für 2020

Kuka machte im "Wesentlichen die verstärkt spürbare Abkühlung der Konjunktur in der Automobil- und Elektronikindustrie im vierten Quartal 2018, die anhaltenden Umwägbarkeiten des chinesischen Automatisierungsmarktes sowie negative Einflüsse aus dem Projektgeschäft" für die Prognosesenkung verantwortlich.

Angesichts des enttäuschenden Verlaufs 2018 streicht das Unternehmen auch die Ziele für 2020. Ursprünglich hätte der Umsatz dann bei 4 bis 4,5 Milliarden Euro und die Ebit-Marge bei mehr als 7,5 Prozent liegen sollen. Kuka verordnet sich nun  bis 2021 eine Kostensenkung um 300 Millionen Euro - einschließlich Stellenabbau.

"Die negativen Einflüsse im Projektgeschäft (Anlagenbau) waren nicht vorhersehbar. Es gab aber 2018 auch gute Neuigkeiten. So gab es viele neue Aufträge für Kuka. Dazu zählt auch ein Großauftrag von einem Premiumautomobilhersteller für 300 neue Roboter Ende des Jahres 2018", kommentierte Kuka-Chef Peter Mohnen.

So will Kuka zukunftsfähig bleiben

Um gegenzusteuern, hat der Kuka-Vorstand ein Sofortprogramm verabschiedet. Dieses umfasst Kosteneinsparungen inklusive Personalmaßnahmen, eine engere Zusammenarbeit mit dem chinesischen Eigner Midea, zielgerichtetere Investitionen und Änderungen in der Organisationsstruktur.

Kuka-Chef Mohnen will "die Erfolgsgeschichte von Kuka fortschreiben". Denn das Unternehmen liege im sehr am Herzen, wie er in einer Telefonkonferenz mit Journalisten betonte. "Unsere laufenden Investitionsprogramme bleiben unberührt, wir machen keine Kompromisse zu Lasten der Zukunftsfähigkeit von Kuka." Mohnen hatte in dieser Konferenz gleich an ganzes Bündel an Neuigkeiten zu verkünden:

1. Kuka bringt in diesem Jahr ein neues Cobot-Modell auf den Markt. "Die Fortschritte im Bereich Elektronik wollen wir in Zukunft besser kontrollieren. Unsere Innovations-Pipeline ist gut gefüllt. Wir bringen noch in diesem Jahr ein neues Cobot-Modell auf den Markt und den Nachfolger unserers KR Quantec. Unsere Entwicklungszyklen sollen grundsätzlich beschleunigt werden. An der Grundlagenforschung wird nicht gespart", erklärt der Kuka-Chef.

2. Der Roboterhersteller wird erstmals Delta- und Scara-Roboter auf den Markt bringen, die vorrangig die Bedürfnisse des chinesischen Marktes erfüllen sollen. Das heißt, sie sind günstig und nicht so High-Tech-lastig  wie bisherige Roboter des Unternehmens. Mohnen kommentiert: "Es ärgert mich, dass wir gerade in China unsere Ziele nicht erreichen konnten. Denn der Markt in China ist noch lange nicht gesättigt, das bestätigt auch der IFR (International Federation of Robotics). Wir setzen aber weiter auf China unser Entwicklungszentrum in Shunde eröffnet beispielsweise dieses Jahr. In China brauchen wir aber in Zukunft andere Produkte, etwa Scaras und Deltas für den Elektronikmarkt." Das Thema Servicerobotik genieße hingegen derzeit "nicht absolute Priorität". 

3. Bei der Organisationsstruktur will Kuka offensichtlich zurückrudern. Die Organisation wurde vor gut eineinhalb Jahren zentralisiert. Aus Kuka Robotics, Kuka Systems (Anlagenbau) und Swisslog (Logistik) wurde  damals Kuka Deutschland. Nun soll die Leistungserbringung wieder dezentralisiert werden in Robotik, Logistik und Projektgeschäft. Dies sei ein Wunsch der Kunden und Ergebnis einer internen Evaluierung. Allerdings soll es weiterhin nur einen Ansprechpartner für Kunden geben für alle Bereiche. 

4. Im Sommer soll es erstmals eine große Hausmesse bei Kuka geben, auf der alle Neuheiten gezeigt werden. Mohnen meinte, der Stand auf der Hannover Messe sei nicht groß genug, um alles zu zeigen, was Kuka biete. Des Weiteren seien viele Produkte zu erklärungsbedürftig - gerade im Bereich Industrie 4.0.

 

Automatisierungsquote: Wo arbeiten die meisten Roboter?

Global betrachtet arbeiten im Schnitt 74 Roboter pro 10.000 Mitarbeiter in der Fertigungsindustrie. Das gab die International Federation of Robotics (IFR) in der jüngsten Statistik bekannt. Klicken Sie sich durch und sehen Sie, wie die Roboterdichte laut IFR weltweit verteilt ist.

Personalkürzungen sind Teil des Sofortpakets

Trotz alledem müssen sich die Kuka-Mitarbeiter auf Personalkürzungen gefasst machen, diese sind Teil des erwähnten Sofortpakets. Aktuell sei das Unternehmen in der Analysephase, wo Stellen gestrichen werden, hieß es in der Telefonkonferenz. Gleichzeitig betonte Mohnen, dass der Standort Augsburg auch in Zukunft wichtig sei.

Auf die Frage nach dem Abgang von vielen Kuka-Führungskräften in den vergangenen Wochen reagierte Mohnen gelassen. Es sei grundsätzlich normal, dass ein neuer CEO - also Mohnen - sein Führungsteam neu aufstellt. Weiterhin gibt es bei Kuka rund 150 Leute, die zur obersten Führungsetage gehören. Mohnen: "Da ist mir nicht bange, wenn eine Hand voll Leute geht."

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