Siemens-Vorstand Prof. Siegfried Russwurm wird erläutern, wie der Kulturwandel im Unternehmen

Siemens-Vorstand Prof. Siegfried Russwurm wird erläutern, wie der Kulturwandel im Unternehmen gelingen kann. - Bild: Siemens

Von Worten zur Praxis – dieses Werte-Versprechen des Innovations-Forum Deutsche Industrie 2015 trifft laut Professor Dr. Frank T. Piller den Kern dessen, was heute erfolgreiche Innovation ausmache.

Bei dem ‘Kongress für Innovations-Praxis in einer digitalen Welt’ am 3. und 4. November in Stuttgart diskutieren führende Vertreter der deutschen Industrie darüber, wie man innovative Konzepte tatsächlich umsetzt, dazu eine unterstützende Kultur im Unternehmen aufbaut und welche Erfahrungen sie mit aktuellen Innovations-Methoden und -Ansätzen gemacht haben.

Für Professor Piller, der Lehrstuhlinhaber für Technologie- und Innovationsmanagement an der RWTH Aachen und Co-Direktor der Smart Customization Group am Massachusetts Institute of Technology ist, besteht die größte Herausforderung erfolgreichen Innovationsmanagements darin, die “Balance zu halten zwischen der stetigen Verbesserung des bereits Vorhandenen und dem radikalen Umsetzen von etwas wirklich Neuem, vor allem in Bezug auf innovative Geschäftsmodelle”.

Größte Herausforderung von erfolgreichem Innovationsmanagement

Beides sei für ein erfolgreiches Unternehmen wichtig, beides erfordere Innovation – aber mit ganz unterschiedlichen Methoden, organisationalen Prozessen und Führungsverständnis. Aktuell gibt es nach Einschätzung von Professor Piller viele frische Ansätze, diese Balance hinzubekommen: “Open Innovation, Design Thinking, Kundenintegration, Business Model Innovation, Innovation Labs und andere ergänzen die bewährten Ansätze im Innovationsmanagement.” Diese steigerten – richtig eingesetzt – die Produktivität der Innovation, verlangten jedoch auch oft ein Umdenken.

Deshalb müsse Innovation heute nicht nur bei den Produkten, Prozessen und Geschäftsmodellen ansetzen, sondern vor allem “innen”: an der Art und Weise, wie die Firmen innovieren.

Ein wichtiges Thema wird beim “Innovations-Forum Deutsche Industrie” auch Industrie 4.0 sein. “Wenn es uns gelingt, die vorhandenen Potenziale intelligent zu nutzen, können wir weltweit Leitanbieter und Leitmarkt für Industrie 4.0 sein”, prophezeite Professor Dieter Spath, Vorstandsvorsitzender der Wittenstein AG.

Dabei sei ein schlagartiges Einzughalten völlig neuer Wertschöpfungsformen ebenso utopisch wie die menschenleere Fabrik, in der sich die Fertigung völlig autonom steuert und optimiert. “Wir müssen uns auf einen evolutorischen Prozess einstellen, der nur dann erfolgreich sein wird, wenn wir unsere Mitarbeiter mental mit auf die Reise nehmen und sie befähigen, in sich verändernden Formen der Zusammenarbeit nach wie vor der Mittelpunkt innovativer Wertschöpfung zu sein”, forderte Professor Spath.

Herausforderungen der Digitalisierung

Denn die neue Qualität der Flexibilität müsse durch ein entsprechendes Design der Arbeitswelten auch realisierbar sein. Wie dieser Kulturwandel im Unternehmen konkret aussieht, wird Professor Siegfried Russwurm, Chief Technology Officer bei Siemens, in seinem Vortrag “Innovationsmanagement: Die Herausforderungen der Digitalisierung” erklären. Russwurm beschäftigt sich dabei mit dem Ansatz Open Innovation sowie mit der Arbeitswelt 4.0.

Produktion und die Unternehmensberatung Staufen schreiben im Rahmen des Innovations-Forum erstmals den “Innovations-Preis Deutsche Industrie” aus. Damit soll der Mittelstand motiviert werden, Innovationen voranzutreiben: Anmeldung und weitere Informationen: www.inno2015.de.

Gunnar Knüpffer/Christiane Siemann