Diskussion im "Glass House" von A.T. Kearney beim Weltwirtschaftsforum: Strategien für die Produktion von morgen – Fabless vs. Captive? v.l.n.r.: Marc Lakner mit Kathy Wengel (EVP & Chief Global Supply Chain Officer Johnson & Johnson), Brian Ballard (CEO Upskill), Christoph Schell (President 3D Printing & Digital Manufacturing HP), Justine Cassell (Professorin am Human Computer Interaction Institute der Carnegie Mellon University) und Mauricio Zuazua (Partner A.T. Kearney).

Diskussion im "Glass House" von A.T. Kearney beim Weltwirtschaftsforum. V.l.n.r.: Marc Lakner mit Kathy Wengel (EVP & Chief Global Supply Chain Officer Johnson & Johnson), Brian Ballard (CEO Upskill), Christoph Schell (President 3D Printing & Digital Manufacturing HP), Justine Cassell (Professorin am Human Computer Interaction Institute der Carnegie Mellon University) und Mauricio Zuazua (Partner A.T. Kearney). - Bild: A.T. Kearney

Ohne Zweifel war das World Economic Forum 2019 in Davos mit dem diesjährigen Motto "Globalization 4.0" kein gewöhnliches. Dafür ist die Themenpalette, die die Welt derzeit in Atem hält, viel zu groß. Egal ob das Thema Handelskriege oder drohender Brexit – jedes für sich würde schon ausreichen, um den versammelten Staats- und Regierungschefs sowie Wirtschaftsvertretern drei Tage lang Diskussionsstoff zu bieten. Kein Wunder also, dass das Fehlen einiger wichtiger politischer Akteure wie US-Präsident Trump oder Großbritanniens Premierministerin May die Schlagzeilen beherrschten.

Aus meiner Sicht jedoch zeigte sich in Davos erneut, dass die Digitalisierung und die mit ihr verbundene Industrie 4.0 die eigentlichen Treiber der Veränderung sind. Sie stellen letztlich alle Gewohnheiten und Regeln in Frage und liegen wie eine Matrix über allen anderen Fragen.

Tech-Giganten sind wertvollste Unternehmen

Beispiele gefällig? Dann werfen Sie mal einen Blick auf die wertvollsten Unternehmen der Welt. Sie werden feststellen, dass Tech-Giganten die Liste nicht nur mit Abstand anführen, sondern diesen in den letzten 12 Monaten auch weiter ausgebaut haben: Und das alles, ohne dass sie fertigen oder Assets haben, die wir von traditionellen Blue Chip Unternehmen kennen.

Gleichzeitig sehen wir, dass sich industrielle Produktion und Wertschöpfungsketten weiter dramatisch verändern. Die Plattformökonomie breitet sich in den industriellen B2B-Bereich aus und völlig neue Formen der Zusammenarbeit werden nicht nur greifbarer, sondern entwickeln sich extrem schnell und dynamisch weiter.

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Große Chancen für Mittelständler

Gerade für mittelständische Unternehmen überwiegen dabei vor allem Chancen – jedoch nur, wenn vier Grundprinzipien beachtet werden: Erstens gilt es, sich sehr genaue Gedanken über seine Zukunftsperspektiven zu machen, sein Profil zu schärfen und trotzdem flexibel zu bleiben.

Was zuerst wie ein Widerspruch klingen mag, ist gar keiner: Wirtschaftlich profitieren wird nur, wer zweitens seine Stärken und Potentiale genau kennt und weiß, wie eine plattformzentrierte Strategie nicht nur der eigenen Kostenreduktion und Effizienzsteigerung helfen kann, sondern auch der der Zulieferer, Partner und möglicherweise sogar Mitbewerber. Nur auf Basis dieser Analysen lassen sich End-to-End- und Win-Win-Potentiale finden.

Plattformentwickler oder Plattformnutzer?

Stellt sich drittens die Frage: Was ist der erfolgversprechendere Weg? Plattformentwickler oder führender Plattformnutzer? Das hängt vom Einzelfall ab.

Beides kann erfolgreich sein, denn letztlich gilt nichts anderes als im Endkonsumentengeschäft im Apple Store oder bei Spotify. Erfolgreiche Plattformen leben von attraktiven Angeboten – seien es Spiele-Apps, Musiktitel oder eben Businesslösungen. Und attraktive Angebote finden umgekehrt Klienten und potentielle Partner auf erfolgreichen Plattformen.

Es bietet sich also prinzipiell genug Platz. Die wirklichen Gewinner werden daher viertens diejenigen sein, die zukunftsgerichtet denken und Dynamiken zwischen dem eigenen Unternehmen und anderen Akteuren erkennen, bevor es andere tun.

Die Grenzen der Supply Chains werden mehr und mehr verschwinden und es entsteht ein Wettbewerb der Ecosystem-Partner entlang der Supply Chain. Gewinnen werden die Ecosysteme, die eine starke Orchestrierung aufweisen und aus Partnern bestehen, die mutig, schnell und flexibel agieren und so gegenseitig Eintrittsbarrieren senken, Kosten reduzieren und ihre Wettbewerbsstrategien schärfen. In Folge dessen übersteigt der aufteilbare Gesamtgewinn weit jenen, den ein Einzelner alleine mit seinem Portfolio erzielen würde.

Nicht verwunderlich, dass diese Themen nicht die große Bühne in Davos gefunden haben. Sie lassen sich eben nicht in 140 Zeichen zusammenfassen. Verdient hätten sie es jedoch, denn sie werden unsere Welt weitaus nachhaltiger und langfristiger verändern, als so manche aktuelle politische Krise, die sich durch etwas weniger (falschen) Stolz ganz einfach auflösen ließe.

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