Digitalisierung Schmetterling

Die Digitalisierung ist eines der großen Themen auf dem Dreiländerkongress vom 7. bis 8. Februar in Bregenz. - Bild: AdobeStock

Fast jedes zweite Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz erhöht im kommenden Jahr seine IT-Ausgaben, etwa jedes siebte sogar um mehr als zehn Prozent, stellt die Studie „IT-Trends 2019“ von Capgemini fest. Dabei soll jeder vierte Euro in die Digitalisierung fließen.

Dass es zunehmend auf die Geschwindigkeit bei der Adaption neuer Technologien ankommt, glauben viele Experten. „Wer schneller gemeinsam lernt und das Know-how auch im Unternehmen weiterentwickelt, hat Innovations-Vorteile“, sagt Dr. David Bosshart, CEO des Schweizer Gottlieb Duttweiler Instituts. Geschwindigkeit alleine genüge allerdings nicht. „Wandel und Transformation fordern in erster Linie das Führungsverhalten heraus. Gute Führung macht den Unterschied“, ist sich Bossart sicher.

Die digitale Transformation insgesamt ist mit einem Kulturwandel im Unternehmen verbunden, der seine Zeit braucht. Ansätze wie Co-Creation, also das Zusammenarbeiten an neuen Produkten mit Partnern, aber auch agile Methoden müssen erprobt und geübt werden. Wer damit zu spät anfängt, riskiert, abgehängt zu werden.

IoT-Plattformen werden immer wichtiger

Zu den großen Herausforderungen zählt, sich im Wirrwarr der Plattformen zurechtzufinden – und zu analysieren, wie notwendig vielleicht sogar die Entwicklung einer eigenen Plattform ist. „Es ist enorm wichtig, sich seiner Rolle in der Plattformökonomie bewusst zu sein, und eine Strategie zu verfolgen. Nicht jedes Unternehmen kann ein Plattformunternehmen sein. Es ist auch möglich, seinen Service oder seine Lösung in eine offene Plattform einzubringen“, stellt Dr. Julia Duwe fest, Chief Agile Manager Production Platforms bei der Trumpf Werkzeugmaschinen GmbH. Der Hersteller gehört zu den Vorreitern bei Plattformansätzen und hat schon frühzeitig Services für die Maschinen in einer eigenen Lösung bereitgestellt.

„Digitale Plattformen schaffen neue Formen der Zusammenarbeit auf technologischer Ebene und ermöglichen neue Geschäftsmodelle. Den eigentlichen Wert generieren Unternehmen, wenn sie globale Ökosysteme aufbauen und orchestrieren“, erklärt Duwe.  Hierzu bedürfe es vor allem eines Partnermanagements. „Das ist für den Maschinenbau etwas Neues“, stellt die Expertin fest.

Auf Technologieseite gelte es dabei, massiv in neue Fähigkeiten auf dem Gebiet der Data Analytics, Data Governance und Data Security zu investieren. „Für Maschinenbauer bedeutet es, dass sie eine digitale Sicht auf den Produktionsprozess aufbauen und durchgängige Workflows für ihre Kunden ermöglichen müssen“, erläutert Duwe.

Gerade in der Software- und der IT-Welt sind die Geschwindigkeiten höher als im traditionellen, hardwarezentrierten Maschinenbau, ist sich Julia Duwe sicher. Durch agile Organisationsformen und agile Projektteams gelinge es, die Geschwindigkeits-Levels aufeinander abzustimmen und insgesamt eine höhere Taktung zu erzielen.

Gefragt ist dabei auch ein anderes Verhältnis zum Return on Investment. Gerade bei Plattformen geht es um die Bereitschaft, über lange Zeiträume wie 10 Jahre hinweg zu investieren, bevor sich eine Strategie auszahlt. So machen es die großen Tech-Companies wie Google oder Amazon vor.

Das erwartet Sie bei Maschinenbau vorausgeDACHt:

Das erwartet Sie unter anderem:

  • Protectionism versus Free Trade: Implications for the D-A-CH region
  • Prof. Simon Evenett, Professor of International Trade and Economic Development, Universität St. Gallen, Schweiz
    Zunehmende Handelshemmnisse: Erfolgreiche Strategien eines Mittelständlers
  • Hans-Joachim Boekstegers, Geschäftsführender Direktor und Group CEO, MULTIVAC, Wolfertschwenden, Deutschland
  • Digitale Transformation – Der Mensch bleibt analog!
    Mag. Ing. Thomas Welser, Geschäftsführung, Welser Profile GmbH, Ybbsitz, Österreich
  • Sessions:
  1. Energie mit Zukunft
    Die Rolle des Maschinenbaus beim Klima- und Energiewandel
  2. (Weiter)Bildung mit Zukunft
    Fachkräftesicherung durch Rekrutierung und Entwicklung
  3. Digitalisierung mit Zukunft
    Erfolge durch digitale Geschäftsmodelle