Jochen Nahl,  Geschäftsführer CSO Grob-Werke

Jochen Nahl ist Geschäftsführer CSO der Grob-Werke. - Bild: Grob

Herr Nahl, Strafzölle und Handelskonflikte stehen derzeit auf der Tagesordnung. Inwieweit ist Ihr Geschäft/Ihre Branche davon betroffen und welche Auswirkungen gibt es konkret?

Grob ist bisher davon nicht betroffen, da wir in den mit Strafzöllen belegten Märkten direkt agieren also Werke betreiben und beispielsweise die Strafzölle auf Stahl in USA somit für uns nicht greifen. Insgesamt werden solche Konflikte sich auf die Weltwirtschaft negativ auswirken.

Welche Märkte haben für Ihr Geschäft/Ihre Branche in Zukunft Bedeutung und warum?

Je nach Produktsparte sind die Märkte differenziert zu betrachten. Weltweit befinden sich die Automobilindustrie und damit der Maschinenbau im Umbruch. In Europa und China wird die Entwicklung der E-Mobilität, aus unterschiedlichsten Gründen und politisch am stärksten vorangetrieben. In den USA sind die Investitionen in Anlagen für Verbrennungsmotoren und Getriebe bei Großkunden auslaufend und aufgrund der aktuellen amerikanischen Politik wird der Fokus wenig auf die E-Mobilität gelegt. In Mexiko sind die Investitionen ebenfalls rückläufig, jedoch gibt es noch Nachfrage aus der Automobilzulieferindustrie. Der Bedarf für Lösungen in der E-Mobilität ist in Süd- und Mittelamerika praktisch noch kein Thema.

In Südamerika ist die wirtschaftliche Situation an einem Tiefpunkt und wird sich nur sehr verhalten erholen. Investitionen in neue Produktionsanlagen fanden deshalb kaum statt, aber man spricht mittlerweile wieder darüber und es gibt eine gewisse Hoffnung auf bessere Zeiten.

In Asien, speziell in China gibt es weiterhin Anfragen nach Maschinen und Anlagen zur Produktion von Verbrennungsmotoren. Viele namhafte OEMs werden auch hier massiv in die Entwicklung von E-Mobilitäts-Lösungen investieren.

In Indien gibt es zwar eine stabile Nachfrage bei OEMs, allerdings nur auf „low cost“ Basis. Der indische Markt nimmt sogar wieder an Fahrt auf, da ein großer Nachholbedarf für moderne Verbrennungsmotoren besteht. Hier konnten wir uns trotz des enormen Preisdrucks durch die technischen Vorteile unserer Maschinen bei namhaften OEMs als strategischer Lieferant etablieren. Auch hier sind bei allen OEMs Aktivitäten im Bereich der Elektrifizierung des Antriebstrangs zu bemerken, jedoch unter anderen Rahmenbedingungen was Umsetzungszeitraum und Preis betrifft.

"Wir bei Grob haben den Trend erkannt und können sowohl Lösungen für den konventionellen als auch den E-Antrieb anbieten." - Jochen Nahl, Geschäftsführer CSO Grob-Werke

Mit welchen Technologien wird sich Ihr Unternehmen/Ihre Branche auch in Zukunft am Weltmarkt behaupten?

Wir werden uns am Weltmarkt sowohl mit unserem Kerngeschäft, den flexiblen Fertigungssystemen für die Automobilindustrie, den Universal-Bearbeitungszentren als auch mit unseren neuen Technologien behaupten.

Mit dem Einstieg in die Elektromobilität hat Grob sein Portfolio entscheidend erweitert. Grob ist damit einer der wenigen Maschinen- und Anlagenbauer weltweit, der sich ganzheitlich auf das Thema Elektromobilität eingestellt und damit seinen Ruf als kompetenter Systemlieferant und Ansprechpartner der Automobilindustrie erneut unter Beweis gestellt hat.

Wir bei Grob haben den Trend erkannt und können sowohl Lösungen für den konventionellen als auch den E-Antrieb anbieten. So haben wir uns auf das Marktpotenzial vorbereitet und neben unseren Anlagen für die E-Mobilität auch Neuheiten für die Bearbeitung von sehr leichten Rahmen-, Strukturwerkstücken und Komponenten zur Bearbeitung von Turboladergehäusen entwickelt.

Ebenso ist unser Standbein mit den Universal-Bearbeitungszentren für die Anwendungen im Werkzeug- und Formenbau, der Aerospace-Branche, Energie- oder Medizintechnik eine wichtige Säule im Umsatzanteil der Grob-Gruppe. Unser Kerngeschäft mit den flexiblen Fertigungssystemen für den konventionellen Antriebsstrang wird allerdings weiterhin mit großem Teil zu unserem Unternehmenserfolg beitragen.

Mit unseren neuen Technologien setzen wir zudem immer neue Maßstäbe im Maschinenbau. So erweitert das von Grob entwickelte thermische Beschichtungssystem G550TS für Zylinderbohrungen die Produktionskette für Zylinderkurbelgehäuse. Mit der Entwicklung der Motorspindel mit Planzugeinrichtung hat GROB ein hervorragendes Konzept zur Komplettbearbeitung von Turbinengehäuse auf dem Bearbeitungszentrum gefunden. Die eigens entwickelte Software zur Digitalisierung und Vernetzung von Produktionsprozessen GROB-NET4Industry rundet unser innovatives Produktportfolio ab.

Welche Schulnote geben Sie der aktuellen Konjunktur?
Schulnote = 4

  • London, Bus, Großbritannien

    Platz 10: Großbritannien. In das Vereinigte Königreich exportierte die deutsche WZM-Industrie zwischen Januar und November 2017 laut VDW Werkzeugmaschinen im Wert von 255 Millionen Euro. - Bild: Pixabay

  • Tschechien, Moldau

    Platz 9: Tschechien. In unser Nachbarland exportierte die deutsche WZM-Industrie zwischen Januar und November 2017 laut VDW Werkzeugmaschinen im Wert von 291,9 Millionen Euro. - Bild: Pixabay

  • Schweiz, Matterhorn

    Platz 8: Schweiz. Ins Land der Eidgenossen exportierte die deutsche WZM-Industrie zwischen Januar und November 2017 laut VDW Werkzeugmaschinen im Wert von 320,5 Millionen Euro. - Bild: Pixabay

  • Polen, Flagge

    Platz 7: Polen. In unser östliches Nachbarland exportierte die deutsche WZM-Industrie zwischen Januar und November 2017 laut VDW Werkzeugmaschinen im Wert von 357,1 Millionen Euro. - Bild: Pixabay

  • Österreich, Flagge

    Platz 6: Österreich. In die Alpenrepublik exportierte die deutsche WZM-Industrie zwischen Januar und November 2017 laut VDW Werkzeugmaschinen im Wert von 360,4 Millionen Euro. - Bild: Pixabay

  • Mexiko, Flagge

    Platz 5: Mexiko. In den mittelamerikanischen Staat exportierte die deutsche WZM-Industrie zwischen Januar und November 2017 laut VDW Werkzeugmaschinen im Wert von 385,2 Millionen Euro. - Bild: Pixabay

  • Italien, Rom, Kolosseum

    Platz 4: Italien. In den Stiefelstaat exportierte die deutsche WZM-Industrie zwischen Januar und November 2017 laut VDW Werkzeugmaschinen im Wert von 430,8 Millionen Euro. - Bild: Pixabay

  • Frankreich, Paris, Eiffelturm

    Platz 3: Frankreich. In die Grande Nation exportierte die deutsche WZM-Industrie zwischen Januar und November 2017 laut VDW Werkzeugmaschinen im Wert von 444,7 Millionen Euro. - Bild: Pixabay

  • USA, Flagge

    Platz 2: USA. Ins Land der unbegrenzten Möglochkeiten exportierte die deutsche WZM-Industrie zwischen Januar und November 2017 laut VDW Werkzeugmaschinen im Wert von gut 1,11 Milliarden Euro. - Bild: Pixabay

  • China, Skyline Shanghai

    Platz 1: China. In die Volksrepublik exportierte die deutsche WZM-Industrie zwischen Januar und November 2017 laut VDW Werkzeugmaschinen im Wert von mehr als 1,97 Milliarden Euro. - Bild: Pixabay