Tesla, Gigafactory

Gigafactory - der Name des riesigen Batteriewerks von Tesla ist Programm. - Bild: Tesla

Wie kann es auch anders sein? Tesla-Boss Musk platzierte die Stellenanzeige auf seinem Lieblings-Kommunikationskanal Twitter. Er schreibt: „Komm und arbeite in der größten und fortschrittlichsten Fabrik der Welt.“ Er wirbt damit, dass das Werk, das die Batterien für die Teslas baut, idyllisch gelegen ist neben einem Fluss unweit der Berge der Sierra Nevada.

Zudem könnten die zukünftigen Angestellten sich über frei laufende Pferde freuen. Tatsächlich ist die Natur in dieser Gegend der USA atemberaubend, die Freizeitmöglichkeiten für Outdoor-Fans sind vielfältig.

Laut Tesla-Webseite sind alle möglichen Jobs gefragt – angefangen bei einfachen Produktionshelfern bis hin zu Ingenieuren und Programmierern mit Spezialkenntnissen. Fertigungserfahrung jedweder Art müssen die Bewerber nicht mitbringen. Zwar wachse die Belegschaft schon jetzt sehr schnell, doch es werden nach wie vor „Rockstars auf allen Qualifikationslevels gesucht“.

Auffallend: Tesla schreibt in den Stellenanzeigen oft, dass ehemalige Soldaten der US-Armee bevorzugt genommen werden. Das gilt allerdings nur für die körperlich anspruchsvollen Jobs. Die gefragtesten Fähigkeiten: 50 Pfund schweres Produktionsmaterial hochheben können und natürlich von der Mission Teslas vollkommen überzeugt sein.

Letzteres gilt auch für die zahlreichen hochqualifizierten Jobs, die Musk vergibt. Gesucht sind unter anderem Qualitätsmanager, CNC Programmierer, Automationsingenieure und Supply Manager.

Fachkräftemangel in Nevada?

Doch die exponierte Lage der Gigafactory könnte zum Problem werden, um ausreichend Fachkräfte zu finden. So antwortete nicht nur ein Twitter-User auf den Musk-Tweet, dass das Werk zu abgelegen sei, um dort zu arbeiten. Wörtlich: „Das Werk liegt mitten im Nirgendwo.“

Tesla baute die Batteriefabrik unweit der Gebirgskette der Sierra Nevada und in der Nähe der Stadt Reno. Dort leben zwar rund 250.000 Menschen. Die Stadt ist aber geprägt vom Glücksspiel statt von Industrie. Die benötigten Industrie-Fachkräfte sind also dort eher nicht zu finden. Die Gegend muss sich erst zu einem Industriestandort entwickeln.

Nevada schreibt vor, dass mindestens 50 Prozent der Arbeitskräfte in der Gigafactory aus Nevada selbst kommen müssen. Aktuell liegt die Quote laut Tesla bei 96 Prozent.

2018 sollen im Werk selbst 6.500 Menschen arbeiten. Diese Zahl könnte im Laufe der Jahre auf 10.000 steigen. 20.000 bis 30.000 zusätzliche Jobs sollen bei Zulieferern und anderen Betrieben in der Region entstehen.

Unternehmen legen eigene Ausbildungsprogramme auf

Doch für Unternehmen in den USA ist es allgemein schwer entsprechend qualifiziertes Personal zu finden.  Im ganzen Land herrscht ein extremes Gefälle zwischen den gut ausgebildeten Ingenieuren und den einfachen Arbeitern. Von einem Ausbildungslevel, wie wir es in Deutschland dank der dualen Ausbildung haben, kann erst recht keine Rede sein.

So suchen die Unternehmen in den USA händeringend nach Mitarbeitern mit technischer Ausbildung. Die müssen in der Lage sein, mit den modernen Produktionssystemen – Stichwort Industrie 4.0 – umzugehen.

Ein nicht zu unterschätzendes Problem dabei: Ein Job im Shop Floor der produzierenden Industrie genießt in den Vereinigten Staaten nach wie vor keinen hohen Stellenwert. Lehrer und Eltern bläuen den Jugendlichen ein: Nur mit einem Universitätsstudium kannst du die Karriereleiter erklimmen. Deutsche Unternehmen, die in den USA tätig sind wie BMW oder Festo, haben deswegen eigene Ausbildungsprogramme aufgelegt. Sie wollen Industrieberufe attraktiver machen. 

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