Staufen

Das von der Staufen AG entwickelte Virtuelle SFM bietet einen Lösungsansatz, Entwicklungszeiten zu verkürzen. Bild: Staufen

Köln. Einer Studie der Unternehmensberatung Staufen und des VDMA zeigt: Insgesamt forscht, entwickelt und konstruiert bereits ein Drittel der 6 000 deutschen Maschinenbaufirmen auch im Ausland. Weitere 23 % planen derzeit den Aufbau entsprechender Standorte. Vor allem China rückt in das Blickfeld der Unternehmen. So planen bereits 13 % den Aufbau weiterer Forschungs-, Entwicklungs- und Konstruktionsabteilungen im Reich der Mitte.

“Die Verlagerung einzelner Unternehmensbereiche bedeutet auch eine Fragmentierung der Wertschöpfungsnetzwerke. Dies führt dazu, dass Unternehmen ihre Arbeitsprozesse neu organisieren müssen. Umso entscheidender ist ein standortübergreifendes, messbares, virtuelles Shopfloor Management, bei dem vom Mitarbeiter bis zur Führungskraft alle auf die gleichen Daten zugreifen können”, sagt Dr. Andreas Romberg, Lean-Development-Experte der Staufen AG.

Vor der Herausforderung einer standortübergreifenden Vernetzung stand auch Marquardt. Der Hersteller elektromechanischer und elektronischer Schalter und Schaltsysteme beschäftigt 7 000 Mitarbeiter in zehn Ländern. Für das SFM – die konsequente Führung vor Ort – wurden Führungsinstrumente wie Multiprojektstatus- oder Kennzahlenboard lokal an einem Standort aufgebaut. An vielen der mehr als 200 Entwicklungsprojekte wird jedoch an fünf global verteilten Standorten gearbeitet.

Mit Hilfe des ‘ValueStreamers’ gelang es Marquardt, die papiergebundene SFM-Methodik zu virtualisieren und mittels Cloud erstmals alle Standorte konsistent miteinander zu vernetzen. Die Umsetzung des virtuellen Shop­floor-Managements erfolgte in zwei Schritten. Im ersten wurden die Teilprozesse, die zur Entwicklung von Fahrzeugbedienkomponenten notwendig sind, transparent dargestellt und in virtuelle Auftragssteuerungstafeln überführt. Das verschlankte die Planung, Koordinierung und Synchronisierung von Entwicklungsaufgaben deutlich.

Im zweiten Schritt führte Marquardt die virtuellen Projektsteuertafeln ein. Abteilungs­bezogene Projektstatusblätter wurden weltweit vereinheitlicht. Projektfortschritte sind nun in je­der Hierarchiestufe über alle Standorte hinweg in Echtzeit aktuell und transparent zu sehen. So kann die Führungskraft standort-, abteilungs- und datenübergreifend bei Störungen eingreifen oder unterstützen.

“Durch virtuelles Shop­floor-Management gelingt es uns, komplexe Projektlandschaften bis zur einzelnen Aufgabe standortübergreifend zu steuern”, sagt Karl Müller, Leiter Produktentstehung. Die Datenbasis ist zentralisiert, es besteht permanenter Online-Zugriff. Der Einsatz des ‘ValueStreamers’ führte zu großen Verbesserungen: So ließen sich die Projektdurchlaufzeiten um 25 % reduzieren. Der Projektdurchsatz stieg um 55 %.

Die Transparenz aller Projekte mit den gleichen Kennzahlen ist dank des Tools nun vollständig gewährleistet. Schließlich erhöhte sich durch den weltweiten Informationsaustausch in Echtzeit die gesamte Entwicklungsqualität erheblich. Sehr erfreulicher Nebeneffekt: Durch den besseren Informationsaustausch stieg auch die Zufriedenheit der Mitarbeiter.

Leo Breu

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