Will MAN seine Scania-Beteiligung höher bewerten? 1

FRANKFURT (Dow Jones/Börsenzeitung/rm). Finanzvorstand Frank H. Lutz sagte der “Börsen-Zeitung” (Wochenendausgabe) im Interview, sollten die Wirtschaftsprüfer dies am Jahresende feststellen, könne er sich nicht vorstellen, sich dem zu verschließen.

Im Februar hatte die MAN SE auf den Scania-Buchwert noch eine Abschreibung von 350 Mio EUR vorgenommen. Scania gehört mehrheitlich zu VW, die wiederum an MAN beteiligt ist

Zum Thema Kooperation der beiden Lkw-Hersteller deutete Lutz an, dass sich vor allem im Einkauf recht schnell Möglichkeiten ergeben könnten. Die erzielbaren Synergien dürften wegen wettbewerbsrechtlicher Vorgaben aber begrenzt ausfallen. Auf der Produktseite seien Synergien ein Ingenieursthema, das sich wohl erst in einer kommenden Fahrzeuggeneration intensiv umsetzen lasse. Um die Markenidentität bei MAN und Scania zu wahren, müssten Gemeinsamkeiten bei Motor und Fahrerkabine aber ausgeschlossen bleiben.

Beim Thema Ferrostaal sagte Lutz, MAN sei bereit, Einbußen bei der Begleichung der letzten Kaufpreisrate hinzunehmen. Die Münchner hatten zum Jahresanfang die Option gezogen, den restlichen 30-Prozent-Anteil dem neuen Mehrheitseigner IPIC anzudienen. Wegen des Schadens aus der Korruptionsaffäre bei dem Industriedienstleister will der Staatsfonds aber nicht zu den ursprünglichen Bedingungen abnehmen.

Die Ferrostaal-Ermittlungen könnten gegen Zahlung einer Geldbuße von 200 Mio EUR eingestellt werden, hieß es zuletzt. Die Ferrostaal-Beteiligung steht bei MAN mit 139 Mio EUR in den Büchern.

Käme eine Einigung noch in diesem Jahr, könnte MAN die Effekte Scania/Ferrostaal gegenzurechnen. Analysten rechnen bei MAN bislang mit bis zu 650 Mio EUR Überschuss. Lutz kündigt an, dass ein erheblicher Teil des Gewinns ausgeschüttet werde. Einen generellen Korridor für die Dividende lehnt der Manager aber ab.