Martin Winterkorn

Martin Winterkorn, Ex-Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG, wurde schon im Mai 2014 informiert. - Bild: VW

Im Mai 2014 und somit knapp eineinhalb Jahren vor der Bekanntmachung des Skandals durch die US-Umweltbehörde sei Winterkorn in einer "Notiz" informiert worden. "Ob und inwieweit Herr Winterkorn von dieser Notiz damals Kenntnis genommen hat, ist nicht dokumentiert", so VW. Im Juli vergangenen Jahres hätten dann Mitarbeiter in Anwesenheit von Winterkorn und Markenchef Herbert Diess über die Diesel-Thematik gesprochen.

"Es ist insbesondere nicht geklärt, ob zwischen den Beteiligten bereits zu diesem Zeitpunkt ein Verständnis davon gegeben war, dass die Softwareveränderung gegen US-amerikanische Umweltvorschriften verstieß", heißt es in der Mitteilung des DAX-Konzerns.

Trotz der frühzeitigen Informationen zur Diesel-Problematik hält Volkswagen Aktionärsklagen im Zusammenhang mit der Thematik für unbegründet. Der Vorstand habe seine "kapitalmarktrechtliche Publizitätspflicht ordnungsgemäß erfüllt", so Volkswagen.

Die Relevanz für den Aktienkurs habe sich erst nach dem 18. September 2015 ergeben, als die Verletzung US-amerikanischer Umweltschutzrichtlinien bekannt gemacht worden sei. Bis zu diesem Zeitpunkt sei der Konzern "von einer überschaubaren" Zahl betroffener Fahrzeuge - etwa eine halben Million - ausgegangen, und von "Bußgeldern in einem zweistelligen oder unteren dreistelligen Millionen-Bereich. Das seien aber noch keine "Anzeichen für börsenkursrelevante Informationen" gewesen.

Inzwischen ist bekannt, dass die Software, mit der bei Umwelttests von Dieselfahrzeugen in den USA die Abgaswerte manipuliert wurden, weltweit in elf Millionen Dieselfahrzeuge eingebaut ist. Dem Unternehmen droht in den USA eine Strafe der Umweltbehörde EPA von bis zu 18 Milliarden Dollar. Dieses in der Öffentlichkeit diskutierte mögliche Strafmaß sei in anderen Fällen nicht einmal ansatzweise ausgeschöpft worden, teilte Volkswagen dazu mit.