Verizon,Yahoo,Verkauf,Hackerangriff

Der Verkauf von Yahoo an Verizon - hier das Hauptquartier in Basking Ridge - könnte durch den jetzt bekannt gewordenen Hackerangriff scheitern. - Bild: Verizon

Der Hackerangriff erfolgte vor zwei Jahren, kommt aber erst jetzt heraus. Da Yahoo gerade sein Kerngeschäft für 4,8 Milliarden US-Dollar an Verizon Communications verkauft hat, könnte der vor dem Deal nicht aufgedeckte Hackerangriff in der Juristensprache einen "materiellen Schaden" bedeuten, der alles auf den Kopf stelle.

Viele Fusionsverträge enthalten Klauseln, die Käufern das Recht einräumen von einer Transaktion zurückzutreten, wenn dessen Wert von einer bedeutenden Entwicklung eingetrübt wird. Im Fall von Yahoo und Verizon sind das laut Vereinbarung Auswirkungen auf das Geschäft, das Vermögen, die Immobilien, Betriebsgewinne oder die Finanzsituation als Ganzes. Yahoo hat die offenbar staatlich orchestrierte Hackerattacke nach eigenen Angaben erst nach Vertragsabschluss bemerkt.

Aktien von Yahoo reagierten auf den Vorfall bisher nicht. Offenbar rechnet die Börse mit keinem Scheitern der Transaktion. Laut dem Fachanwalt Stephen S. Wu hat Verizon aber nunmehr durchaus Chancen, das Geschäft anzufechten. Wolle Verizon die Übernahme neuverhandeln oder gar scheitern lassen, ergebe sich jetzt eine realistische Möglichkeit.