Motorrad-Hersteller Yamaha will wieder Autos bauen - Bild: Chris McGrath/Getty Images

Motorrad-Hersteller Yamaha will wieder Autos bauen - Bild: Chris McGrath/Getty Images

Wie Präsident Hiroyuki Yanagi in einem Interview mit Nikkei sagte, will der weltweit zweitgrößte Motorrad-Hersteller viele Milliarden Yen in den Bau eines Werks für zweisitzige Miniwagen investieren. Mit diesen vorrangig für den Stadtverkehr konzipierten Modellen a la Daimlers Smart wollen die Japaner die aus ihrer Sicht wachsende Nachfrage nach effizienten Fahrzeugen bedienen. Dazu wollen sie ihre Erfahrung aus dem Motorradbau nutzen. “Da der Automobilmarkt sehr unterschiedlich wächst, sehen wir hier Geschäftsmöglichkeiten”, sagte Yanagi.

Das Unternehmen habe Europa als ersten Markt wegen der dort geeigneten Stadtentwicklungspläne ausgewählt. Der Standort des Werkes und die geplanten Kapazitäten sei noch nicht entschieden.

Yamahas Citycar soll in einer Benzin- und einer Elektrovariante kommen. Die Benzinmotoren mit 1 Liter Hubraum sollen hausintern entwickelt werden, während die Elektromotoren und die Batterien zugekauft werden sollen. Das Unternehmen besitzt durchaus Know-how im Bau von Pkw-Motoren. Im Rahmen einer bereits 1964 eingegangenen Partnerschaft mit Toyota wurden seitdem mehr als 3 Millionen Triebwerke an Toyota Motor geliefert. Derzeit werden Yamaha-Motoren in Fahrzeugen eingebaut, die Toyota unter seiner Luxusmarke Lexus verkauft. Zudem hält Toyota 3,6 Prozent an Yamaha.

Die Japaner haben bereits 2013 auf der Tokyo Motor Show den Prototyp eines Citycars vorgestellt. Allerdings hat das Unternehmen jetzt erstmals seine Pläne konkretisiert. Yamaha würde bei einer Verwirklichung des Vorhabens der neunte japanische Automobilhersteller werden. Auch Honda Motor war als Motorradhersteller gestartet, hatte aber bereits 1963 die Ausweitung ins Pkw-Geschäft begonnen.

Dow Jones Newswires/Ferdinand Frey