Simone Cronjäger, Gründerin und Vorstand von Guardus, und Dr. Jochen Peter, Mitglied des Vorstands der Zeiss Gruppe und Vorsitzender der Geschäftsführung der Carl Zeiss Industrielle Messtechnik GmbH, geben den Erwerb von Guardus durch Zeiss bekannt

Simone Cronjäger, Gründerin und Vorstand von Guardus, und Dr. Jochen Peter, Mitglied des Vorstands der Zeiss Gruppe und Vorsitzender der Geschäftsführung der Carl Zeiss Industrielle Messtechnik GmbH, geben den Erwerb von Guardus durch Zeiss bekannt. - Bild: Zeiss

Für Zeiss ist die Integration von Guardus in seinen Unternehmensbereich Industrial Metrology (IMT) eine weitere Stärkung der eigenen Positionierung als Partner für höhere Produktivität in der digitalisierten Fertigung, hieß es in der Mitteilung der Unternehmen. Denn mit den Computer Aided Quality (CAQ) Anwendungen und Manufacturing Execution Systems (MES) von Guardus würden die Kunden eine vollintegrierte Analyse- und Steuerungsfunktion für die Produktion erhalten.

„Mit Guardus werden unsere Softwarelösungen wie Zeiss PiWeb um eine bisher nicht zur Verfügung stehende umfassende Datenbasis ergänzt und wir können unseren Kunden noch umfassendere Services anbieten. Gemeinsam streben wir ein neues Niveau von integrierten Lösungen zur agilen Prozesssteuerung an. Uns geht es um das Fundament für automatisierte Steuerungsverfahren, lernende Systeme und Simulationsmethoden für vernetzte und intelligente Qualitätssicherung in der Smart Factory", erläutert Dr. Jochen Peter, Mitglied des Vorstands der Zeiss Gruppe und Vorsitzender der Geschäftsführung der Carl Zeiss Industrielle Messtechnik GmbH.

„Wir sind überzeugt, dass Guardus durch die Integration in die Zeiss Gruppe mit ihrer großen installierten Basis noch bessere Ausgangsbedingungen für die weiteren Entwicklungen sowie weiteres starkes Wachstum erhält", so Gründerin und Vorstand von Guardus Simone Cronjäger. Sie erklärt weiter: „Durch die Integration der Lösungen von Guardus und damit aller vertikalen und horizontalen Informationsprozesse entsteht eine bisher einmalige Entscheidungsintelligenz. Sie erstreckt sich von der Feld- und Steuerungsebene bis zur umfassenden Prozess- und Betriebsleitebene."

Der gemeinsame initiale Kundenfokus liegt auf der Automobil- und Maschinenbauindustrie sowie der Medizintechnik. Die bisherigen Standorte von Guardus in Ulm und Timisoara, Rumänien, sollen erhalten bleiben. Für die rund 60 Mitarbeiter wird der Betriebsübergang gemäß der gesetzlichen Regelungen gestaltet.

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  • Adamos, DMG Mori, IIoT,

    IIoT-Plattform verbindet IT-Technologie mit Branchenwissen. Herr Thönes, was macht Adamos zu einer speziell für den Maschinenbau geeigneten Lösung? Christian Thönes, Vorstandsvorsitzender der DMG Mori AG: „Adamos ist speziell auf die Bedürfnisse des Maschinen- und Anlagenbaus und seiner Kunden zugeschnitten: Die offene IIoT-Plattform ist herstellerneutral und verbindet modernste IT-Technologie mit Branchenwissen und Branchenanforderungen. Durch die Gesellschafter-Struktur ist sichergestellt, dass der Maschinenbau den Zugang zum Endkunden behält und aktiv die Plattform weiterentwickeln kann. Eine weitere, derart konzentrierte und gleichzeitig offene Plattform gibt es derzeit nicht.“ Der Handel mit Maschinendaten ist für die Maschinenbauer ein Zukunftsthema. Sehen Sie sich als Pionier bei dem Thema? Thönes: „Die Art der zu integrierenden, zu verarbeitenden und zu visualisierenden Daten ist unbegrenzt. Im Fokus stehen Daten, die von Maschinen und Geräten sowie deren Sensoren geliefert werden. Ziel ist es, die Daten durch Smart Services zu dienstleistungsorientierter Wertschöpfung für die Kunden zu aggregieren. Hier liegt der Treiber von Wachstum, Innovation und Produktivität und somit die Basis für die Fabrik der Zukunft. Wir sehen uns hier nicht als Pionier.“ - Bild: DMG Mori

  • Adamos, Software AG, Streibich

    Mittelständler erhalten Zugang zur digitalen Wertschöpfung. Herr Streibich, welche Rolle hat die Software AG bei Adamos? Karl-Heinz Streibich, Vorstandsvorsitzender der Software AG: „Dürr, Zeiss, ASM PT und DMG Mori haben die Software AG als Partner ausgewählt, um gemeinsam eine offene, herstellerneutrale Plattform für das IIoT aufzubauen. Die Software AG stellt den technologischen Kern von Adamos. Für Adamos bieten wir unsere marktführenden Lösungen in den Bereichen API und Integrationsmanagement, Maschine Learning, echtzeitbasierte Datenanalyse und -verarbeitung, IoT-Device-Management und agiles Prozess-Management an.“ Warum kommt eine speziell für den Maschinenbau entwickelte Lösung jetzt? Streibich: „Die Kontrollpunkte der Wertschöpfung verschieben sich von Herstellern zu Plattformen, digitale Serviceplattformen schieben sich zwischen Anbieter und Kunden. Um künftig die Kontrolle über die Wertschöpfungskette zu behalten, müssen Maschinenbauer eigene digitale Services entwickeln. Mit Adamos bieten wir mittelständischen Unternehmen den Zugang zur digitalen Wertschöpfung. Dies ist wichtig im Wettlauf mit USA oder China.“ - Bild: Software AG

  • Hans Schumacher, Dürr System AG, Adamos

    Branchen-Know-how wird über Apps beigesteuert. Herr Schumacher: Wie fließt das Branchen-Know-how ein? Hans Schumacher, Sprecher des Vorstands Dürr System AG: „Die Adamos Plattform baut auf einer skalierbaren, performanten Technologie auf und ist nicht von einem Hersteller abhängig. Adamos bietet Basisdienstleistungen an. Das spezifische Branchen Know-how wird über die verschiedenen Apps beziehungsweise Applikationen beigesteuert, die anhand der Anforderungen des jeweiligen Maschinenbauers entwickelt werden. Dazu trägt die App Factory mit rund 200 Entwicklern bei. Jeder Partner kann dabei auf bereits entwickelte Apps zurückgreifen und diese für die eigenen Bedürfnisse optimieren.“ Was macht Adamos zu einer speziell für den Maschinenbau geeigneten Lösung? Schumacher: „Das Geschäftsmodell basiert auf einer performanten IIoT-Plattform und auf digitalen Marktplätzen, die von den Partnern betrieben werden. Ganz wichtig: Die Lösung ist von Maschinenbauern für Maschinenbauer und Know-how wird geteilt. Wir sprechen auf Augenhöhe. Bei den bestehenden IIoT-Angeboten großer Konzerne wie Siemens, GE oder SAP ist das nicht so. Dort muss der Maschinenbauer langfristig um seine Systemkompetenz fürchten. Zudem wird die Software AG nicht unsere Kunden zu akquirieren versuchen.“ - Bild: Dürr

  • ASM PT, Hubert Egger, Adamos

    Kunden können mit automatisierten Prozessen fertigen. Herr Egger, warum beteiligt sich ASM an Adamos? Hubert Egger, Director Factory Solutions von ASM Assembly Systems: „Wir bei ASM verstehen uns als Technologie- und Innovationsführer. Die Themen IIoT und Smart Factory werden den Dialog in unserer Industrie in den nächsten Jahren bestimmen. Als Pionier in diesem Feld möchten wir unsere Kunden in die Lage versetzen können, so effizient und modern wie möglich zu fertigen, mit automatisierten, integrierten Prozessen. Dazu ist die richtige IT-Infrastruktur unabdingbar. Adamos bietet uns viele Vorteile: Gemeinsam sind wir in der Lage, mehr Industriewissen zu bündeln und einzubringen. Wir erreichen mehr Kunden und können von Anfang an mehr Ressourcen aufbringen.“ Wie kann ASM sein Wissen einbringen? Egger: „Wir arbeiten eng mit unseren Kunden zusammen, speziell bei der Realisierung von anspruchsvollen IT-Projekten in der Elektronikfertigung. Was wir einbringen können, ist umfangreiche Kenntnis über die Produktionsprozesse unserer Kunden. Alles, was in einer solchen Fertigungsumgebung geschieht, wird dokumentiert, zu Datensätzen verarbeitet. Mit dem richtigen Wissen lassen sich diese für Predictive Maintenance verwenden.“ - Bild: ASM

  • Zeiss IMT, Jochen Peter, Adamos, Maschinenbau

    Verbindung zwischen Qualitäts- und Produktionsdaten. Herr Peter, warum beteiligt sich Zeiss an Adamos? Jochen Peter, Vorsitzender der Geschäftsführung von Zeiss IMT: „Es gibt bereits ähnliche Angebote namhafter Anbieter am Markt. Dies sind jedoch geschlossene Plattformen. Zeiss sieht die Notwendigkeit, eine eigene Plattform für seine Kunden anzubieten. Und Deutschlands erste Allianz aus namhaften Industrie- und Softwareunternehmen will Adamos als globalen, offenen Branchenstandard etablieren. Bei der Digitalisierung muss der Maschinen- und Anlagenbau selbst Standards setzen und die Entwicklung vorantreiben. Das geht nur mit starken Partnern.“ Wie kann Zeiss sein Wissen einbringen? Peter: „Die Vernetzung von unseren Messgeräten und daraus resultierende Möglichkeiten werden unseren Kunden neue, innovative Servicelösungen bieten, zum Beispiel Re­mote Service. Des Weiteren kann Adamos die Verbindung zwischen Qualitäts- und Produktionsdaten herstellen. Zum Beispiel, wenn ein Kunde ein Werkstück auf einer DMG MORI-Maschine fertigt und mit einem Zeiss-Messgerät prüft. Dies kann Kunden einen nahtlosen Überblick über ihre gesamte Prozesskette ermöglichen.“ - Bild: Zeiss IMT