Stefan Sommer ZF

"In zehn Jahren wird keiner mehr nur noch über Fahrwerk, Motor oder Getriebe reden", sagt ZF-Chef Stefan Sommer gegenüber der WirtschaftsWoche. Bild: ZF Friedrichshafen.

Der Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen will sich laut einem Medienbericht langfristig als Systemlieferant für Elektroautos positionieren. "In zehn Jahren wird keiner mehr nur noch über Fahrwerk, Motor oder Getriebe reden. Ich will deshalb nicht ausschließen, dass wir eines Tages nur noch drei oder vier Divisionen statt aktuell sechs haben", sagte Vorstandschef Stefan Sommer gegenüber der WirtschaftsWoche.

Der drittgrößte Autozulieferer Deutschlands würde damit auf ein Geschäftsfeld setzen, das bisher noch Verluste schreibt: "Bereits heute machen wir mit der E-Mobilität gute Umsätze, haben die Gewinnschwelle aber noch nicht erreicht", sagt Sommer zu der Zeitschrift.

Forderungen von VW nach dem Aufbau einer Batteriefertigung in Deutschland hält Sommer laut WirtschaftsWoche aber aktuell für verfrüht: „Der Markt müsste immens anziehen, damit sich eine Batteriefabrik in Deutschland rechnen würde. Es gibt heute schon gigantische Überkapazitäten in Asien, die zu einem beinharten Preiskampf geführt haben."

Batterien: Kerntechnologie der Elektromobilität

Zuletzt hatten Meldungen über eine möglicherweise vom US-Elektroautopionier geplante Batteriefabrik in Deutschland die Diskussion um eine heimische Fertigung von Batteriezellen angeheizt.

Der mögliche Bau einer Tesla-Batteriefabrik in Deutschland dürfte die Konkurrenten BMW, Daimler und VW wie auch die Zulieferindustrie unter Druck setzen, befürchten Branchenkenner. Daimler, der bislang einzige auf diesem Feld tätige deutsche Hersteller, will zum Jahresende die Zellenproduktion im sächsischen Kamenz einstellen.

Volkswagen hatte wegen des Rückstands der deutschen Autoindustrie bei der Fertigung von Batterien für Elektroautos ein Umdenken gefordert. "Ich bin der Meinung, wir brauchen eine Batteriefertigung in Deutschland. Das ist die Kerntechnologie der Elektromobilität", sagte VW-Markenchef Herbert Diess gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

WirtschaftsWoche