ZF-Chef Stefan Sommer kann zufrieden sein. Ein Wachstumstreiber war vor allem das Geschäft mit

ZF-Chef Stefan Sommer kann zufrieden sein. Ein Wachstumstreiber war vor allem das Geschäft mit Pkw-Automatgetrieben und Achssystemen. - Bild: ZF

Der Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen hat den Gewinn im vergangenen Jahr um mehr als ein Drittel gesteigert. Vor Zinsen und Steuern blieben 1,1 Milliarden Euro übrig, was einem Plus von 36 Prozent entsprach.

Wachstumstreiber waren vor allem das Geschäft mit Pkw-Automatgetrieben und Achssystemen, hieß es auf der Bilanzpressekonferenz des Stiftungskonzerns in Stuttgart.

Bereits Ende vergangenen Jahres hatte das Unternehmen erste vorläufige Kennzahlen veröffentlicht, die nun konkretisiert wurden. So stiegen die Einnahmen im Jahr 2014 um 9 Prozent auf 18,4 Milliarden. Die eigene Prognose, den Umsatz im hohen einstelligen Prozentbereich steigern zu wollen, erreichte ZF damit. Die operative Umsatzrendite legte auf knapp 6 Prozent nach zuvor 4,5 Prozent zu. Nach Steuern stieg der Gewinn gar um 45 Prozent auf 672 Millionen Euro.

Das Unternehmen begründete den überproportionalen Gewinnanstieg unter anderem mit der Verbesserung der Profitabilität. “Die kontinuierliche Schärfung unseres Portfolios und eine konsequente Fokussierung auf Effizienz spiegelt sich in der positiven Entwicklung unserer finanziellen Kennzahlen wieder”, sagte Finanzchef Konstantin Sauer.

Dabei zeigte sich wie bei vielen Unternehmen der Branche ein regional sehr unterschiedliches Bild. “2014 war abermals von heterogenen Marktentwicklungen geprägt”, betonte Vorstandschef Stefan Sommer. Während die Umsätze in Nordamerika und Asien-Pazifik um jeweils mehr als 20 Prozent zunahmen, blieben die Geschäfte in Südamerika aus, die Einnahmen gingen um ein Fünftel zurück.

Zu den Aussichten im aktuellen Geschäftsjahr äußerte sich das Unternehmen in einer ersten Mitteilung noch nicht. Zuletzt war das rein operative Geschäft des Getriebeherstellers mit der angekündigten Übernahme des US-Konkurrenten TRW Automotive zunehmend in den Hintergrund geraten. ZF bekräftigte nun frühere Aussagen, den Deal noch im ersten Halbjahr des laufenden Jahres abschließen zu wollen. Spätestens dann dürfte mit einer Prognose zu rechnen sein.

Insgesamt 13 Arbeitsgruppen arbeiteten derzeit an der Integrationsplanung, die in vier Phasen in den kommenden drei bis fünf Jahren ablaufen soll. “Wir gehen die Integration sehr strukturiert, aber auch pragmatisch an”, sagte Sommer. Es finde keine Integration nur um der Integration willen statt.

ZF stellt größtenteils Produkte rund um die Fahrwerks- und Antriebstechnik her. TRW produziert dagegen Teile im Bereich Fahrassistenz- und Sicherheitstechnik. Zukünftig, so die Idee von ZF, sollen die Automobilkonzerne “aus einer Hand” beliefert werden können, hatte Sommer Ende vergangenen Jahres im Interview mit Dow Jones Newswires gesagt.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke