ZF-Hauptsitz in Friedrichshafen: Der Konzern gliedert das Gummi-Kunststoff-Geschäft aus und

ZF-Hauptsitz in Friedrichshafen: Der Konzern gliedert das Gummi-Kunststoff-Geschäft aus und überführt es in ein neues Unternehmen. Alle Produktionsstandorte sollen Gummi-Kunststoff-Geschäft ausgegliedert und in ein neues Unternehmen überführt. Damme bleibt unverändert der operative Hauptsitz des Unternehmens, alle Produktionsstandorte sollen nach dem Verkauf bestehen bleiben (Bild: ZF).

(Dow Jones/ks). Die Vereinbarung sei heute unterzeichnet worden, heißt es in einer Mitteilung von ZF. Die Chinesen lassen sich den Zukauf laut Finanzkreisen rund 290 Mio Euro kosten. Um den Verkauf des Geschäftsfelds, zu dessen Produkten unter anderem Airbag-Gehäuse, Hydrolager für die Motoraufhängung oder auch Dämpflager gehören, war hart gekämpft worden. Für das Geschäftsfeld arbeiten weltweit an neun Standorten rund 3.300 Mitarbeiter und erzielen einen Umsatz von rund 700 Mio Euro. Vor allem die Mitarbeiter in den drei deutschen Werken in Damme, Bonn und Simmern hatten sich bis zum Schluss gegen die Entscheidung gestemmt. Im Oktober war der Verkauf jedoch mit den Stimmen der Kapitalseite im Aufsichtsrat nach mehreren Wahlgängen beschlossen worden.

Mit der heute unterzeichneten Vereinbarung wird das Gummi-Kunststoff-Geschäft ausgegliedert und in ein neues Unternehmen überführt. Damme bleibt unverändert der operative Hauptsitz des Unternehmens, alle Produktionsstandorte sollen bestehen bleiben. TMT ist eine Tochter des halbstaatlichen chinesischen Eisenbahnkonzerns CSR und stellt unter anderem Schwingungsdämpfungskomponenten für die Bahn-, Automobil-, Bau- und Windkraftindustrie her. Vor allem im Automobilbereich wolle TMT weiter wachsen, wird die Entscheidung der Chinesen in der Mitteilung begründet.

ZF begründet den Verkauf damit, dass sich die Gummi- und Kunststoffbranche in einer Phase der Konsolidierung befinde. Deshalb sei das Geschäft als eigenständiges Unternehmen mit einem strategischen Investor im Rücken wesentlich besser positioniert. Die Übernahme des ZF-Geschäftsfelds soll im Laufe des ersten Halbjahrs 2014 abgeschlossen werden. Derzeit steht der Deal noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Regulierungsbehörden sowie der Aktionäre von TMT.

Der 1915 gegründete Konzern ZF Friedrichshafen, der zu 93,8% über die Zeppelin-Stiftung von der Stadt Friedrichshafen verwaltet wird, zählt zu den größten Automobilzuliefern weltweit. Im vergangenen Jahr setzte das Unternehmen mit Antriebs- und Fahrwerkstechniken 17,37 Mrd Euro um. Der chinesische Mutterkonzern CSR ist dagegen derzeit noch hauptsächlich in der Eisenbahnbranche tätig. Im vergangenen Jahr erzielte der halbstaatliche chinesische Konzern einen Umsatz von umgerechnet rund 10,74 Mrd Euro.