Mit der nun vollzogenen Übernahme der Industrie- und Windgetriebesparte von Bosch Rexroth stärkt ZF sein Portfolio im Industriegetriebegeschäft – wie sie auch für schwere Tunnelbohrmaschinen zum Einsatz kommen.

Mit der nun vollzogenen Übernahme der Industrie- und Windgetriebesparte von Bosch Rexroth stärkt ZF sein Portfolio im Industriegetriebegeschäft – wie sie auch für schwere Tunnelbohrmaschinen zum Einsatz kommen. - Bild: ZF

Für ZF bedeutet die Akquisition nach eigener Aussage den Einstieg ins Geschäft mit großen Industriegetrieben, die etwa in Ölbohrplattformen, Minenfahrzeugen, Tunnelbohrmaschinen oder Seilbahnen zum Einsatz kommen. Die unterschiedlichen Produktlinien werden laut einer Mitteilung im neuen ZF-Geschäftsfeld Industriegetriebe mit Sitz in Witten zusammengefasst. Zudem stärke das Unternehmen sein Windgetriebegeschäft.

"Mit dem neu geschaffenen Geschäftsfeld Industriegetriebe werden wir buchstäblich Großes bewegen", sagt der ZF-Vorstandsvorsitzende Dr. Stefan Sommer. "Wir erweitern unser Portfolio mit Großgetrieben für Industrieanwendungen und fahrbare Maschinen bis hin zu Tunnelbohrmaschinen und 600 Tonnen schwere Miningbagger. Auch die Produktpalette im Geschäftsfeld Windkraft-Antriebstechnik wird mit Getrieben für Anlagen bis acht Megawatt weiter ausgebaut."

Mit der Transaktion übernimmt ZF die beiden Produktionsstandorte der Bosch Rexroth AG in Witten (Nordrhein-Westfalen/ Deutschland) mit knapp 900 Mitarbeitern und in Peking (China) mit etwa 300 Mitarbeitern, außerdem den Service-Standort in Lake Zurich (USA) mit rund 15 Mitarbeitern.

An allen drei Standorten fanden am 1. Dezember Feierlichkeiten zur offiziellen Übernahme und dem ersten Tag unter dem Dach des ZF-Konzerns statt.

Mit der ZF Industrieantriebe Witten GmbH und der ZF Powertrain Systems (Beijing) Co., Ltd. gehören zwei neu gegründete Gesellschaften dem Geschäftsfeld Industriegetriebe an. Witten ist Hauptsitz des Geschäftsfeldes, dort sind neben Verwaltung und Produktion auch Entwicklung und Vertrieb der Großgetriebetechnik (Industrie- und Windgetriebe) angesiedelt.

Zudem ist Witten Produktionsstandort des bestehenden ZF-Geschäftsfeldes Windkraft-Antriebstechnik, das seinen Hauptsitz im belgischen Lommel hat. Am Standort Peking werden Getriebe für die Windkraft-Sparte von ZF produziert, dadurch baut das Unternehmen seine Präsenz im wichtigen Windgetriebemarkt China noch weiter aus.

Mit Christoph Kainzbauer wurde ein erfahrener Manager im Bereich Großgetriebetechnologie zum Leiter des Geschäftsfeldes Industriegetriebe bestellt. Er verantwortete zuvor den weltweiten Vertrieb der Großgetriebesparte von Bosch Rexroth. Das neue Geschäftsfeld umfasst die Produktlinien Getriebe für Mining-Anwendungen und große Baumaschinen, Getriebe für Offshore- und Marine-Anwendungen, Getriebe für Industrieanlagen und -ausrüstung sowie Getriebe für Seilbahnen.

"Wir sehen für die Division Industrietechnik, insbesondere in der Windkraft-Antriebstechnik, beste Zukunftschancen", erklärt Wilhelm Rehm, im ZF-Vorstand zuständig für Materialwirtschaft und Industrietechnik. "Das Non-Automotive-Segment von ZF zu stärken, ist ein wichtiges Ziel unserer langfristigen Unternehmens-strategie. Wir ergänzen unser Industrietechnik-Portfolio optimal, zudem eröffnen sich Zugänge zu neuen Märkten und Kundenkreisen", so Rehm.

Über den Kaufpreis haben die beiden Unternehmen Stillschweigen vereinbart. Das Großgetriebegeschäft von Bosch Rexroth erwirtschaftete 2014 rund 300 Millionen Euro Umsatz. ZF erzielte im vergangenen Jahr in der Industrietechnik, in der das Unternehmen seine Offroad-Aktivitäten bündelt, etwa zwölf Prozent seines Konzernumsatzes. Dieser Anteil soll langfristig steigen.

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