Stefan Sommer

ZF-CEO Stefan Sommer geht - offenbar aufgrund von Uneinigkeit im bezug auf die strategische Ausrichtung. - Bild: ZF

Beobachter sehen den Rücktritt kritisch und sprechen von einem Rückschlag für ZF Friedrichshafen im Wettbewerb mit Bosch und Continental.

Sommer war vor gut fünf Jahren zum CEO berufen wurden. Erst vergangenes Jahr wurde sein Vertrag um fünf Jahre bis 2021 verlängert. Zwar kommt der Rücktritt nicht ganz überraschend, da es seit Monaten zwischen dem Eigentümer und Sommer Unstimmigkeiten gegeben hat.

Vergangene Woche war bereits Aufsichtsratschef Giorgio Behr zurückgetreten. Das nun allerdings kein dauerhafter Nachfolger präsentiert wurde, zeigt auch, dass es hinter den Kulissen turbulent zugegangen sein dürfte. Bis ein neuer Chef gefunden ist, übernimmt Finanzvorstand Konstantin Sauer den Chefposten.

ZF Friedrichshafen gehört zu 94 Prozent der Zeppelin-Stiftung der Stadt Friedrichshafen. An deren Spitze steht Oberbürgermeister Andreas Brand, der auch im Aufsichtsrat des Autozulieferers sitzt. Das Verhältnis von Sommer und der Stadt gilt seit längerem als angespannt. Sommer hatte öffentlich erklärt, dass ihm die Freiheit fehlt, aus seiner Sicht notwendige Entscheidungen zu treffen, die dann auch umgesetzt werden.

Einen Grund für den Rücktritt nannte ZF Friedrichshafen nicht. Zu dem Machtkampf mit der Stadt, der sich Medienberichten zufolge zuletzt zugespitzt haben soll, wollte sich weder das Unternehmen noch die Zeppelin-Stiftung äußern.

"Klarer Rückschlag" für ZF Friedrichshafen

Beobachter sehen die Entwicklung kritisch. Man könne schon den Eindruck gewinnen, dass hier kurzfristige Interessen über langfristigen Unternehmensinteressen stehen, so NordLB-Analyst Frank Schwope. Dass Marktanteile infolge des Chefwechsels gefährdet seien, sieht der Analyst aber nicht. Auch die Strategie, die Sommer für die kommenden Jahre ausgegeben hat, sollte im wesentlichen fortgeführt werden, meint Metzler-Analyst Jürgen Pieper. Es sei aber ein "klarer Rückschlag" für das Unternehmen, da Sommer ein mutiger Stratege sei.

Der Manager, der vom Konkurrenten Continental nach Friedrichshafen kam, hatte den Traditionskonzern an die Branchenführer Bosch und Continental herangeführt und auf die großen Zukunftsthemen ausgerichtet. Vor gut zwei Jahren hatte ZF den US-Konzern TRW für knapp 10 Milliarden Euro übernommen und damit Kernkompetenzen im Zukunftsbereich automatisiertes Fahren erworben.

Diesen Weg wollte der Manager weitergehen, auch ein Börsengang war Medienberichten zufolge angedacht. Dafür fehlte ihm offenbar die Unterstützung. Im Bereich Bremssysteme wollte Sommer den Konzern ebenfalls verstärken, hier scheiterte aber sowohl die Übernahme der schwedischen Haldex, die der Aufsichtsrat noch unterstützte, als auch später der Kauf der belgisch-amerikanischen Wabco.

Vieles noch unklar

Wer künftig ZF Friedrichshafen anführt, ist zwar derzeit noch unklar. An der von Sommer mit ausgearbeiteten Strategie 2025, die auf Digitalisierung, autonomes Fahren und Elektromobilität setzt, hält die Zeppelin-Stiftung aber weiter fest. ZF Friedrichshafen solle sich so schnell wie möglich auf die Herausforderungen der Zukunft konzentrieren, die Umsetzung der Strategie 2025, erklärte Oberbürgermeister Brand nach dem Rücktritt von Sommer.

In welcher Form diese künftig aber umgesetzt wird, bleibt abzuwarten. Analyst Pieper geht davon aus, dass die Strategie im wesentlichen fortgeführt werden sollte. Der Einfluss der Politik sei aber "sehr kritisch" zu sehen. Für Analyst Schwope müssten aber keine Strukturen geändert werden. ZF könne auf eine über hundertjährige Geschichte zurückblicken und gehöre zu den größten Automobilzulieferern weltweit. "Ich sehe keine Notwendigkeit an den erfolgreichen Strukturen zu rütteln", so der Analyst.

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