Ziehl-Abegg

Produktionsvorstand Dr. Klaus Weiß von Ziehl-Abegg (rechts) erklärt Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut die Montage eines energiesparenden EC-Motors. - Bild: Ziehl-Abegg/ Ufuk Arslan

Die Entwickler bei Ziehl-Abegg verwirklichen bei den Ventilatoren immer stärker bionische Ansätze, um die Aerodynamik zu verbessern. Allerdings ist es eine große Herausforderung, diese  optimierten Formen in der Serienproduktion umzusetzen. „Wir haben so komplexe Spritzgusstechnik im Einsatz, dass alleine die Kosten für ein einzelnes Werkzeug eine halbe Million Euro betragen“, erklärt Peter Fenkl, der Vorstandsvorsitzende der Ziehl-Abegg SE. In die neuen Anlagen ist die Erfahrung aus zehn Jahren eingeflossen, in denen Lieferanten im Auftrag von Ziehl-Abegg Ventilatoren aus Kunststoff gefertigt hatten. Der Clou ist, dass die Spritzgussmaschinen bereits bei der Produktion wichtige Prozess-Parameter überwachen, so dass fehlerhafte Produkte ausgeschlossen sind.

 „Der Einstieg in die Kunststofftechnik bringt vor allem unseren Kunden Vorteile“, sagt Fenkl. Denn nun produziert Ziehl-Abegg selbst Ventilatoren aus Aluminium ebenso wie aus Stahl und aus Kunststoff. „Wir haben die Wertschöpfung ins Haus geholt“, sagt der Firmenchef über die neue Ära. Dadurch kann jeder Ingenieur nach objektiven Kriterien entscheiden, welcher Werkstoff derjenige ist, der sich am besten für die Kundenanwendung eignet. Fenkl: „Wir haben jetzt inhouse alle drei Technologien verfügbar. Das unterscheidet uns von den Wettbewerbern.“

Weltweit gefragte Produkte

„Aus den Bauplänen für das neue Werk ist in relativ kurzer Zeit eindrucksvolle Wirklichkeit geworden“, zeigte sich Baden-Württembergs Wirtschafts- und Arbeitsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut erfreut. Die Produkte, die hier zukünftig entstünden, seien in der ganzen Welt gefragt. Ziehl-Abegg stehe damit für das, was die Wirtschaft in Baden-Württemberg besonders auszeichne: Sie sei regional verwurzelt, aber global aktiv.

„Das ist eine der großen Stärken unseres Landes“, betonte die Ministerin. Ziehl-Abegg habe mit dem Einstieg in die Kunststofftechnik neue Wege beschritten und auch für die Mitarbeiter neue Herausforderungen geschaffen. Dies zeige jedoch auch den ehrgeizigen Anspruch, sich nicht auf erworbenen Lorbeeren auszuruhen. Gerade auf dem Weg ins digitale Zeitalter seien neue Weichenstellungen und Beweglichkeit stärker gefragt denn je. Das neue Werk sei ein Beitrag zur industriellen Zukunft Baden-Württembergs und zur Einlösung des Anspruchs, innovative Herzkammer Europas zu bleiben, so Hoffmeister-Kraut.

Ziehl-Abegg: Peter Fenkl (von links), Dennis Ziehl, Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut,Uwe Ziehl
Vorstandsvorsitzender Peter Fenkl (von links), Gesellschafter Dennis Ziehl, Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut und Aufsichtsratsvorsitzender Uwe Ziehl präsentieren die Cpro-Radialventilatoren aus dem Spezialkunststoff ZAmid. - Bild: Ziehl-Abegg/ Ufuk Arslan

Kunststoff ersetzt immer mehr Stahl und Aluminium

Ziehl-Abegg hat im Markt viele Ventilatoren, die bisher aus Stahl oder Aluminium gefertigt worden sind, durch Kunststoff ersetzt. Der thermoplastische Faserverbundwerkstoff ZAmid ist eine Entwicklung von Ziehl-Abegg. Das Material ist viel leichter als Stahl, lässt aber Ventilatoren mit einer Geschwindigkeit von 250 Kilometern pro Stunde im Dauerbetrieb drehen; geprüft werden die Kunststoffventilatoren mit Geschwindigkeiten bis zu 500 Kilometern pro Stunde.

„Wir werden für unsere Kunden das Leichtbaupotenzial von Kunststoff weiter ausbauen“, verspricht Fenkl. Denn viele aerodynamisch ideale Geometrien sind in Stahl oder Aluminium einfach nicht umsetzbar. Mit einer Investitionssumme von fünf  Millionen Euro für Maschinen und Werkzeuge sind bisher sechs neue Arbeitsplätze im Bereich der Kunststoffproduktion geschaffen worden. Insgesamt ist die Mitarbeiterzahl bei Ziehl-Abegg im Gewerbepark Hohenlohe von 480 auf 770 Menschen gestiegen.

Der große Anstieg an Mitarbeitern resultiert aus der Produktion von energiesparenden Ventilatoren: Diese wurde vom Werk an der Würzburger Straße in Künzelsau in den Neubau im Gewerbepark verlagert. Dort ist die Fläche für die Herstellung dieser so genannten EC-Produkte auf 9.000 Quadratmeter gestiegen.

Der Ausstoß der EC-Ventilatoren ist verdoppelt worden. Obwohl der Automatisierungsgrad deutlich erhöht worden ist, werden durch den Umsatzzuwachs mehr Menschen in der Produktion beschäftigt. Ein modernes Großraumbüro komplettiert den Neubau. In diesen Bürotrakt sind mehrere Abteilungen von Künzelsau nach Kupferzell gezogen. In Künzelsau ist die Fläche nötig, um die Produktion von Leiterplatten für Elektromotoren ausbauen zu können.

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