Linde Praxair

Die Linde-Aktie fällt mit den beendeten Praxair-Gesprächen um 8 Prozent. - Bild: Linde

Die Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat empfehlen in inhaltlicher Übereinstimmung mit dem Vorstandsvorsitzenden dem Linde-Vorstand und dem Aufsichtsrat, die vorläufigen Gespräche mit Praxair über eine mögliche Fusion zu beenden, teilte Linde am Montagmorgen mit.

Zwar sei die strategische Sinnhaftigkeit einer Fusion grundsätzlich bestätigt worden, doch bei der Erörterung von Detailfragen sei keine übereinstimmende Auffassung erzielt worden. Insbesondere beim Thema Governance soll es gehakt haben.

Eine Fusion der beiden Konzerne hätte einen Branchenprimus geschaffen. Linde und Praxair sollen derzeit an der Börse jeweils rund 30 Milliarden US-Dollar wert sein. Ein Zusammenschluss aus Linde und Praxair wäre in diesem Jahr dann mit einem Wert von rund 60 Milliarden Dollar eine der größten Transaktionen gewesen. Ein Deal hätte Synergien von deutlich mehr als 600 Millionen US-Dollar ermöglichen können.

Air Liquide bleibt Branchenführer

Die französische Air Liquide hatte Linde im Frühjahr mit der Übernahme des US-Wettbewerbers Airgas an der Branchenspitze verdrängt. Airgas ist einer der größten Lieferanten von Industrie-, Medizin- und Spezialgasen in den USA und einer der größten Hersteller atmosphärischer Gase wie Sauerstoff, Stickstoff und Argon.

Die Franzosen hatten für Airgas tief in die Tasche gegriffen und rund 10 Milliarden Dollar bezahlt. Mit der Übernahme bauten die Franzosen nicht nur ihr US-Geschäft deutlich aus, sondern sie wurden gemessen am Jahresumsatz von mehr als 23 Milliarden Dollar wieder zum größten Industriegasehersteller der Welt.