FRANKFURT (ks). In den ‚Mitteilungen der Europäischen Kommission‘ an den Rat, das Parlament und die Mitgliedsstaaten zu einer Integrierten Industriepolitik für die Ära der Globalisierung setzt sich die Kommission für eine starke, wettbewerbsfähige und vielfältige industrielle Produktions-Wertschöpfungskette ein, so der ZVEI. Der ZVEI begrüßt den in diesem Dokument enthaltenen Ansatz eines ‚competitiveness proofing‘. In einer Gesetzesfolgenabschätzung wird demnach der Einfluss neuer Gesetzgebungsvorschläge auf die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie geprüft. In einem ‚integrierten Politikansatz‘ sind zudem die Auswirkungen anderer EU-Gesetze und Aktivitäten in den Bereichen Umwelt-, Energie- oder Sozialpolitik auf die Unternehmen zu prüfen.

„Dieses Dokument hat für uns hohen Stellenwert, denn es schafft einen zukunftsfähigen Rahmen für die europäische Industrie“, sagt Dr. Peter Köhler, Geschäftsführer der C. W. Heraeus GmbH und Mitglied des ZVEI-Vorstands.

Einen Fokus auf den Ausbau und die Modernisierung der Energie- und Kommunikationsnetze zu legen, sei der richtige Ansatz. „Sie sind die Grundlage einer gesunden Industrie“, so Köhler. Es komme jetzt allerdings auch darauf an, dass die Mitgliedsstaaten die Beschlüsse der EU-Kommission zügig umsetzen. Vor allem die Förderung von Innovationen müsse intensiviert werden. Dies sei maßgeblich, um die Ziele der Kommission zur Schaffung von mehr Wettbewerbsfähigkeit und von neuen Arbeitsplätzen zu erreichen.

Die Kommission betont in der Mitteilung den Beitrag der Industrie zur Überwindung der Finanz- und Wirtschaftskrise. In Europa ist demnach – außerhalb des landwirtschaftlichen Sektors – jeder zweite Arbeitsplatz in der Privatwirtschaft dem industriellen Sektor und den dazu gehörenden Dienstleistungen zuzurechnen. 75 Prozent des Exports sind Industriegüter. Mit 80 Prozent der Forschungs- und Entwicklungsausgaben ist dieser Sektor die treibende Kraft bei Innovationen.