Verleihung des Leibniz-Gründerpreises (v.l.): Jury-Vorsitzender Uwe Thomas, die Preisträger Klaus

Verleihung des Leibniz-Gründerpreises (v.l.): Jury-Vorsitzender Uwe Thomas, die Preisträger Klaus Brandenburg (Brandenburg Antiinfectiva), René Bussiahn und Stephan Krafczyk (Coldplasmatech) sowie Leibniz-Präsident Matthias Kleiner. - Bild: leibniz-Gemeinschaft

Der Gründerpreis der Leibniz-Gemeinschaft geht an zwei Start-ups aus der Medizin: Coldplasmatech und Brandenburg Antiinfectiva erhalten 50.000 Euro.

Die Ausgründungsvorhaben Brandenburg Antiinfectiva GmbH aus dem Forschungszentrum Borstel-Leibniz-Zentrum für Medizin und Biowissenschaften (FZB) in Schleswig-Holstein und Coldplasmatech des Leibniz-Instituts für Plasmaforschung und Technologie in Greifswald sind mit dem erstmals vergebenen Leibniz-Gründerpreis ausgezeichnet worden. Mit dem mit 50.000 Euro dotierten Preis sollen erfolgversprechende Start-ups durch externe Beratung bei Markteintritt, Finanzierung und Marketing unterstützt werden.

Brandenburg Antiinfectiva hat ein vielversprechendes Medikament gegen Blutvergiftung (Sepsis) entwickelt. Es inaktiviert den Auslöser einer Sepsis, ein bakterielles Endotoxin und hat im Tierversuch bereits gute Schutzwirkungen gezeigt.

Die Geschäftsidee von Coldplasmatech ist ein plasmaphysikalisches Medizinprodukt zur Behandlung großflächiger chronischer Wunden, die derzeit nicht oder nur schlecht therapierbar sind. Die innovative Wundtherapie von Coldplasmatech geschieht durch eine aktive Wundauflage, ein sogenanntes Plasma-Patch, mit der durch eine Steuerungseinheit (Plasma-Cube) ein kaltes Plasma auf die Wunde aufgebracht wird. Das Plasma aktiviert dabei die Zellregeneration, desinfiziert die Wunde und tötet multiresistente Keime ab.

Anlässlich der Preisverleihung erklärt der Präsident der Leibniz-Gemeinschaft, Matthias Kleiner: “Infektionskrankheiten und Antibiotikaresistenzen einerseits und die Folgen einer immer älter werdenden Bevölkerung sind große medizinische Herausforderungen für unsere Gesellschaft. An ihrer Lösung mitzuarbeiten, ist Auftrag und Mission der Leibniz-Institute. Unsere Gründerpreisträger stehen kurz davor, mit ihren Innovationen den Wissens- und Technologietransfer aus der Wissenschaft in die Gesellschaft abzuschließen. An der Schwelle zum Markt sind aber auch Kompetenzen gefragt, die nicht unbedingt zur Standardqualifikation eines Forschers gehören. Ich hoffe, dass der Leibniz-Gründerpreis einen Beitrag dazu leisten kann, dass sich unsere Gründer das notwendige externe Know-how verschaffen können, um diesen letzten Schritt in den Markt erfolgreich zu gehen, damit die Wissenschaft einmal mehr ihren obersten Auftrag erfüllen kann: Innovation und Wertschöpfung für die Gesellschaft zu bringen.”

Leibnitz-Gemeinschaft/Stefan Weinzierl