Brexit

Der BDI geht davon aus, dass der Brexit hart wird. - Bild: Pixabay

In den Brexit-Verhandlungen macht die deutsche Seite weiter Druck auf die britische Regierung. Am Donnerstag war es an der deutschen Industrie, das zögerliche Verhalten in London zu kritisieren. BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang warf der britischen Seite Konzeptlosigkeit vor. In der gerade laufenden ersten Verhandlungsphase seien keine nennenswerten Fortschritte auszumachen.

Am Montag soll die nächste Brexit-Verhandlungsrunde zwischen EU und Großbritannien beginnen. Der Europäische Rat will dann bei seinem Gipfeltreffen am 19. und 20. Oktober darüber entscheiden, ob in den Verhandlungen bereits so ernsthafte Fortschritte gemacht worden sind, dass in Phase zwei übergegangen werden kann. Derzeit sieht es aber nicht nach einer entsprechenden Empfehlung der 27 Staats- und Regierungschefs aus.

Milliardenverluste drohen

"Der Brexit, wie auch immer geartet, wird zuerst das Vereinigte Königreich treffen. Doch er wird auch Deutschland treffen", sagte Lang und verwies auf ein bilaterales Handelsvolumen in Höhe von mehr als 170 Milliarden Euro und einen wechselseitigen Bestand von Direktinvestitionen in Höhe von mehr als 140 Milliarden Euro. Rund 400.000 Arbeitsplätze in Großbritannien würden von deutschen Firmen bereitgestellt. "Über vielen Aktivitäten schwebt nicht nur das Damoklesschwert der Unsicherheit, sie sind vielmehr der Gefahr massiver Entwertung ausgesetzt", sagte Lang.

Deutsche Unternehmen mit einem Standbein in Großbritannien und Nordirland müssten nun Vorsorge "für den Ernstfall eines sehr harten Ausscheidens treffen", sagte Lang. "Alles andere wäre naiv." Die deutsche Wirtschaft bereite sich auf alle Szenarien vor.