Nur durch Sparen und den Verkauf von Staatsbesitz wird Griechenland kaum nachhaltig saniert werden

Nur durch Sparen und den Verkauf von Staatsbesitz wird Griechenland kaum nachhaltig saniert werden können - nötig sind massive Investitionen, so der BDI (Bild: Giordano Aita - Fotolia.com).

BERLIN (Dow Jones/ks)–”Wir müssen Griechenland helfen, einen Businessplan für das eigene Land zu entwickeln, und ihnen den Zeithorizont einräumen, den Experten dafür berechnen”, verlangte BDI-Präsident Hans-Peter Keitel am Dienstag in Berlin. “Wir müssen auch an die Einnahmenseite in Griechenland denken,” betonte er bei einer Pressekonferenz.

Die anderen Staaten allein könnten die griechische Wirtschaft nicht wieder auf Wachstumskurs bringen. “Was Griechenland braucht, ist qualitatives Wachstum durch Investitionen”, betonte Keitel. Der Plan solle fünf bis sieben Jahre veranschlagen, “bis Griechenland auch auf der Leistungsseite in der Lage sein wird, wieder eine vernünftige wirtschaftliche Richtung einzuschlagen”. Nur durch Sparen und einen etwaigen Verkauf von Staatsbesitz werde das Land kaum in der Lage sein, einen stabilen Staatshaushalt herzustellen. Dies sei “praktisch unmöglich”.

Das Land müsse deshalb privates Kapital mobilisieren und langfristigen Investoren rentable Anlagemöglichkeiten bieten. Die Rahmenbedingungen müssten sich verbessern, und durch Instrumente wie Privatisierung und Marktöffnung müssten wettbewerbsfähige Strukturen entstehen. Nötig seien unter anderem mehr Transparenz und Steuergerechtigkeit. Keitel betonte, es gehe auch um Direktinvestitionen in Griechenland. “Hierfür stehen wir als Unternehmer ab sofort und jederzeit zur Verfügung”, betonte er.

Auch könnte Griechenland stärker in das europäische Energienetz mit Solarenergie eingebunden werden, regte der BDI-Präsident an. Zudem sollten Projekte definiert werden, die die EU aus anderen Haushaltstiteln fördern könne und die Griechenland zugute kämen.

Keitel warnte, eine erneute Finanzkrise würde trotz der guten Verfassung der deutschen Wirtschaft “von heute auf morgen die Dinge völlig verändern”. Zwar erwarte der BDI für dieses Jahr über 3% Wachstum, dies sei aber bei einer neuen Krise “beileibe nicht gesichert”. Deshalb sei die Euro-Stabilisierung “ein absolut vorrangiges Thema”.

Allgemein stellte Keitel bei dem BDI-Investitionskongress einen wachsenden Trend von Investitionen fest, die außerhalb Deutschlands getätigt würden, und machte Hemmnisse wie ausufernde Bürokratie oder eine mangelnde Verfügbarkeit von Fachkräften für eine seit Jahren in Deutschland herrschende “strukturelle Investitionsschwäche” verantwortlich.