Bundeskanzlerin, Angela Merkel

Gilt als verlässliche Partnerin der Industrie: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). - Bild: CDU

"Der deutschen Wirtschaft ist sie eine verlässliche Partnerin in unruhigen Zeiten", sagte Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer auf Nachfrage. Merkel habe das Land mit Besonnenheit durch die Krisen der vergangenen Jahre gesteuert. "Deutschland ist heute wirtschaftlich und politisch der Hort der Stabilität in Europa", meinte Kramer und schreibt der Kanzlerin einen Gutteil dieses Erfolges zu.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) verweist auf eine Rede von Verbandspräsident Ulrich Grillo vom Oktober. An der Einschätzung habe sich nichts geändert. Er wünsche der Kanzlerin weiter viel Erfolg auf der politischen Bühne, "die ich mir ganz persönlich nicht ohne eine Angela Merkel vorstellen kann", hatte Grillo auf dem Tag der Industrie gesagt.

Gleichwohl hatte die Wirtschaft in den vergangenen Jahren der großen Koalition ein fehlendes wirtschaftspolitisches Profil der Kanzlerpartei CDU beklagt. Mindestlohn, Rente mit 63 und Mütterrente hat Merkel als Projekte ihrer Koalitionspartner allesamt mitgetragen und durchgesetzt.

Die Sozialdemokraten wollen erst Ende Januar ihren Herausforderer von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) benennen. Das verkündete Generalsekretärin Katarina Barley in Berlin. Voraussichtlicher Termin der Nominierung ist die Klausur des SPD-Parteivorstands am 29. Januar. "Das ist ein guter Moment festzulegen, für uns zu entscheiden, wer für uns in Rennen geht", sagte Barley.

SPD attackiert Merkel

Die Generalsekretärin nutzte die Gelegenheit, Merkel zu attackieren. Bei ihr sei die Luft raus. "Es ist nicht erkennbar, wie Merkel das Land besser, zukunftsfester machen möchte", meinte Barley. Auch Familienministerin Manuela Schwesig behauptete, dass die CDU-Chefin ihren Zenit überschritten habe. Die Verkündung Merkels, noch einmal in den Ring steigen zu wollen, bezeichnete Schwesig als kraftlos.

Die SPD legte gleichzeitig ein erstes Papier vor, wie sie die Union und die Amtsinhaberin im Wahlkampf inhaltlich stellen will. Familien sollen gestärkt, mehr Geld in Straßen und Schulen gesteckt sowie mittlere und niedrigere Einkommen entlastet werden. Stärker besteuern wollen die Genossen Kapitalgewinne und den Handel mit Wertpapieren über eine europäische Finanztransaktionssteuer.