Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder

„Es ist zu erwarten, dass sich Großbritannien von den Standards des digitalen Binnenmarkts entfernen wird", sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. -Bild: Bitkom

"Wir müssen jetzt dafür sorgen, dass die Auswirkungen auf die deutsche und europäische Digitalwirtschaft möglichst gering bleiben", sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder anlässlich des Brexit.

Der Bitkom erwartet, dass sich Großbritannien von den Standards des digitalen Binnenmarkts entfernen wird. Abweichenden Regeln in Großbritannien würden gerade Mittelständlern und Start-ups das Leben schwer machen.

Ebenso IT-Dienstleister, die fast immer in internationalen Teams arbeiten, könnten künftig nicht mehr von der Arbeitnehmerfreizügigkeit profitieren.

"International einheitliche Regeln sind die Grundvoraussetzung für eine funktionierende und leistungsfähige digitale Wirtschaft", so Rohleder. Durch das Ausscheiden des wichtigen Mitgliedslands Großbritannien aus der EU werde der Versuch der EU-Kommission deutlich erschwert, einen großen einheitlichen digitalen Binnenmarkt zu schaffen, um den Unternehmen einen Wettbewerb auf Augenhöhe mit Ländern wie den USA oder China zu ermöglichen.

Besondere Nachteile erwartet Bitkom für Privatverbraucher in Großbritannien. Strenge Regeln für den Datenschutz, den Verbraucher- und den Umweltschutz gingen stets von der EU aus und mussten oft gegen den Widerstand der Vertreter Großbritanniens durchgesetzt werden.

Doch auch Unternehmen mit Niederlassungen oder ihrer Zentrale in Großbritannien würden davon betroffen sein - etwa wenn der freie Austausch zum Beispiel von Kundendaten eingeschränkt ist oder sie sich an unterschiedliche Verbraucherschutzrechte anpassen müssen.

Im vergangenen Jahr wurden ITK-Geräte und Unterhaltungselektronik im Wert von 2,9 Mrd Euro von Deutschland nach Großbritannien geliefert. Das entspricht 8 Prozent der gesamten ITK-Ausfuhren aus Deutschland.

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