Brexit

Am Donnerstag stimmen die Briten darüber ab, ob ihr Land weiterhin Mitglied der Europäischen Union bleiben soll.- Bild: Moritz320

Glaubt man den Umfragen, dann haben sich die Chancen, dass die Briten tatsächlich für den sogenannten ‚Brexit‘ stimmen, zuletzt deutlich erhöht.

Eine am Montagabend veröffentlichte Erhebung des Instituts OBR für den "Daily Telegraph" sah die Befürworter eines EU-Verbleibs bei 49 Prozent und die Unterstützer eines Austritts bei 47 Prozent. Die Austrittsbefürworter legten damit im Vergleich zur Vorwoche um drei Punkte zu, während das Pro-EU-Lager stabil blieb.

In einer YouGov-Umfrage für die "Times" hingegen überholten die EU-Gegner die Befürworter: Für einen Brexit sprachen sich 44 Prozent aus, das war ein Punkt mehr als in der vorangegangenen Umfrage. Die Unterstützung für einen Verbleib in der EU sank hingegen um zwei Punkte und erreichte nur noch 42 Prozent.

Experten zufolge, wären die Folgen für Europa und Großbritannien immens. "Der eigentliche Austritt des Landes würde zwar erst frühestens in zwei Jahren erfolgen, doch bereits in der Übergangsphase ist mit konjunkturellen Belastungen zu rechnen", warnt etwa Stefan Bielmeier, Chefvolkswirt und Leiter Research der DZ Bank.

Nicht nur für die Briten, sondern auch für die deutsche Wirtschaft stehe viel auf dem Spiel – denn Großbritannien ist einer der wichtigsten Handelspartner. "Mit einem Exportvolumen von knapp 90 Milliarden Euro setzte Deutschland im vergangenen Jahr so viele Waren im Vereinigten Königreich ab wie nie zuvor. Die Ausfuhren stiegen allein 2015 um fast 13 Prozent."

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Quelle: Produktion

Die Mehrheit der Produktion-Leser teilt diese Sorgen aber offenbar nicht. Das hat eine Online-Umfrage unter 546 Lesern ergeben. Demnach fürchtet nur ein Viertel negative Auswirkungen eines Brexit auf die Wirtschaft Europas. Immerhin 13 Prozent rechnen sogar mit positiven Effekten durch Verlagerungen ausländischer Investitionen von Großbritannien nach Kontinentaleuropa.

Die Briten stimmen am Donnerstag darüber ab, ob ihr Land in der EU bleibt. Die Kampagnen der beiden Lager waren am Wochenende wieder aufgenommen worden, nachdem sie nach dem tödlichen Attentat auf die Labour-Abgeordnete Jo Cox kurzzeitig unterbrochen worden waren.