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Die Bundesregierung will auch nach der Fusion des Eisenbahn-Geschäfts von Siemens und Alstom dem kleineren Mitbewerber Bombardier zur Seite stehen. - Bild: Bombardier

"Die Bundesregierung bekennt sich zu Bombardier und seinen Standorten in Deutschland", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. Für die Kanadier entsteht mit dem deutsch-französischen Giganten ein mächtiger Konkurrent in der Eisenbahnindustrie.

Marktkenner befürchten, dass die sieben deutschen Bombardier-Werke angesichts des neuen europäischen Bahnriesen erneut in eine Schieflage geraten könnten. Unternehmen und Gewerkschaften hatten sich erst im Sommer auf ein Spar- und Sanierungsprogramm geeinigt. In den nächsten Jahren fällt hierzulande ein Viertel der insgesamt 8.500 Arbeitsplätze bei Bombardier weg. Die Vereinbarung sieht vor, dass es zunächst bis Ende 2019 keine betriebsbedingten Kündigungen geben soll.

Kanzlerin-Sprecher Seibert unterstütze trotz der enormen Marktmacht von Siemens-Alstom die Fusion der Zughersteller. "Dieser Zusammenschluss, das ist ein Kooperationsprojekt von europäischem und globalem Rang", betonte er. Es sei ein Zeichen für das enge Zusammenwachsen des europäischen Binnenmarktes. Aus Unternehmenskreisen verlautete, dass die Regierungen in Deutschland und Frankreich bei der Fusion kräftig mitgemischt haben.

Die deutsche Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) bewertete den Zusammenschluss ebenso als positiv. "Der Zusammenschluss kann angesichts eines harten internationalen Wettbewerbs eine wichtige Zukunftschance sein", sagte die SPD-Politikerin. In Frankreich wird die Megafusion von der politischen Linken und Rechten hingegen als Ausverkauf einer französischen Industrieperle kritisiert.