US-Präsident, Donald Trump

Ein Bündnis bestehend aus Bundesregierung, Industrie und Gewerkschaft positioniert sich gegen Donald Trump. - Bild: Gage Skidmore

Für die vom Export abhängige deutsche Wirtschaft sei der freie Zugang zu Märkten essenziell, erklärte das Bündnis "Zukunft der Industrie" anlässlich einer gemeinsamen Konferenz in Berlin.

"Diese Offenheit ist aber keineswegs mehr überall anzutreffen und wird aktuell sogar von maßgeblichen internationalen Akteuren in Frage gestellt", heißt es mahnend in einer gemeinsamen Erklärung. Es bestehe die Gefahr, "dass eine Spirale in Gang gesetzt wird, die nur schwer zu stoppen ist - und am Ende nur Verlierer kennt."

Dem Bündnis gehören unter anderem das Bundeswirtschaftsministerium, der Deutsche Gewerkschaftsbund, die IG Metall und die Unternehmensverbände der Industrie an. Gegründet wurde es vom früheren Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) mit dem Ziel, die Unternehmen fit für die Digitalisierung zu machen. Nun rücken die weltpolitischen Veränderungen schärfer in den Fokus.

"Jetzt ist die Zeit, um Europa zu stärken. Nur so können wir auf globaler Ebene mit einer Stimme für offene Märkte und fairen Handel eintreten", betonte Gabriels Nachfolgerin Brigitte Zypries (SPD) während der Konferenz. Angesichts der zunehmenden Verflechtung der Wertschöpfungsketten, die durch die Digitalisierung noch enger werde, sei Abschottung der falsche Weg, sagte die SPD-Politikerin.

"Welthandel ist kein Nullsummenspiel"

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) schlug in die gleiche Kerbe. "Der Welthandel ist kein Nullsummenspiel, bei dem der eine alles gewinnt und der andere verliert", sagte BDI-Präsident Dieter Kempf. Gegeneinander zu arbeiten, koste Wohlstand, Jobs und Aufstiegschancen - "überall auf der Welt".

IG-Metall-Chef Jörg Hofmann sprach von den falschen Antworten von "Trump bis Brexit", die die Menschen auf ihre berechtigten Ängste bekämen. Er verlangte von der Bundesregierung während ihrer G20-Präsidentschaft die soziale Dimension des Wirtschaftslebens stärker in den Vordergrund zu stellen.