Bundesregierung

Die Bundesregierung hat ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr leicht gesenkt und rechnet nun mit einem Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent. - Bild: SPD Fraktion

Das Kabinett beschloss die neue Zahl in seinem Jahreswirtschaftsbericht, wie Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) bekanntgab. Bisher hatte Gabriel für 2016 mit einem Zuwachs des deutschen Bruttoinlandsproduktes um 1,8 Prozent gerechnet.

Ein auch im vergangenen Jahr fortgesetzter Beschäftigungsaufbau sei zusammen mit merklichen Einkommenssteigerungen "die Grundlage der anhaltenden binnenwirtschaftlichen Dynamik in Deutschland", betonte Gabriel. Zusätzliche konjunkturelle Impulse gingen von den privaten Wohnungsbauinvestitionen aus. Die Regierung rechnet mit einer Zunahme der privaten Konsumausgaben um 1,9 Prozent und der Ausrüstungsinvestitionen um 2,2 Prozent. Die Exporte sollen dieses Jahr um 3,2 Prozent steigen und die Importe um 4,8 Prozent.

Mit der Abwärtsrevision befindet sich die offizielle deutsche Prognose auf einer Höhe mit den jüngsten Vorhersagen vieler Ökonomen. Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) hat vergangene Woche 1,7 Prozent prognostiziert. Die Washingtoner Experten hatten vorher jedoch weniger Wachstum erwartet. Der Bundesverband der Deutschen Industrie erwartete allerdings erst am Mittwoch mit 1,9 Prozent deutlich mehr Wachstum.

Die wirtschaftliche Stärke Deutschlands sei "kein Garant für künftigen Wohlstand", warnte Gabriel bei einer Pressekonferenz in Berlin. "Wir müssen jetzt die Weichen für die Zukunft stellen, damit Deutschland auch in zehn Jahren ein leistungsfähiger, global führender Wirtschafts- und Industriestandort ist", forderte der Wirtschaftsminister. "Dafür müssen wir unsere Wirtschaft modernisieren und auf einen höheren Pfad von privaten und öffentlichen Investitionen bringen."