Angela Merkel

Der VDMA fordert Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf, die Regie bei den TTIP-Verhandlungen zu übernehmen und diese energisch voranzutreiben. - Bild: Bundesregierung/Bergmann

VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann fordert: "Die Kanzlerin muss TTIP zur Chefsache machen. Das heißt, sie muss sich mit der ganzen Autorität ihres Amtes in Brüssel und Washington dafür einsetzen, dass das geplante Freihandelsabkommen zeitnah zustande kommt." Andernfalls laufe das Abkommen Gefahr, auf den Sankt-Nimmerleinstag verschoben zu werden.

VDMA distanziert sich von Gabriel

Brodtmann kritisiert damit auch Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel, der sich immer mehr von TTIP absetzt. "Das Projekt ist beim Bundeswirtschaftsminister nicht mehr in guten Händen, denn er sucht inzwischen vor allem nach Gründen, warum TTIP nicht klappen kann", sagt Brodtmann. Dadurch würden Zweifel genährt, ob die Bundesregierung TTIP überhaupt noch wolle. Dem müsse die Kanzlerin entschieden entgegen treten.

Angela Merkel und Sigmar Gabriel liegen beim umstrittenen Freihandelsabkommen über Kreuz. Während Gabriel große Zweifel daran hegt, ob das Abkommen zwischen der Europäischen Union und den USA überhaupt zu Stande gebracht werden kann, hält Merkel eisern daran fest. "Ziel ist es, die Verhandlungen bis Ende des Jahres abzuschließen. Das Abkommen bietet große Chancen für Wachstum und Beschäftigung", sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer vergangene Woche.

Nach Ansicht des VDMA-Hauptgeschäftsführers ist TTIP für die deutsche Wirtschaft "enorm wichtig". TTIP werde Arbeitsplätzen auf beiden Seiten des Atlantiks sichern. Produkte und Dienstleistungen könnten günstiger angeboten werden. Davon profitieren würden gerade auch die mittelständischen Maschinenbauer.

Thilo Brodtmann
Thilo Brodtmann: "Die Kanzlerin muss TTIP zur Chefsache machen. Das heißt, sie muss sich mit der ganzen Autorität ihres Amtes in Brüssel und Washington dafür einsetzen, dass das geplante Freihandelsabkommen zeitnah zustande kommt." - Bild: VDMA

BDI-Chef Grillo fordert TTIP

Während sich in der Bundesregierung beim umstrittenen Freihandelsabkommen TTIP mit den USA ein Graben auftut, beharrt die deutsche Industrie auf einem umfassenden Vertrag.

"Wenn schlechte Kompromisse geschlossen oder wichtige Themen ausgeklammert würden, wäre dies kein gutes Abkommen", sagte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie, Ulrich Grillo, zu Dow Jones Newswires. "Mit einem TTIP light können wir Europäer die Globalisierung nicht gestalten, sondern werden von ihr eingeholt", legte der BDI-Chef nach.

VDMA mit Material von Dow Jones