Ceta,Kanada,EU-Kommission

Laut EU-Kommission dürfen sich insbesondere die kleinen und mittleren Unternehmen über die Abschaffung der Ausfuhrzölle nach Kanada freuen. - Bild: fotolia / magmac83

Ab heute schafft Kanada die Zölle auf 98 Prozent aller zwischen der EU und Kanada gehandelten Waren (nach Zolltariflinien) ab. Außerdem erhalten Unternehmen in der EU laut Kommission den besten Zugang zu öffentlichen Aufträgen in Kanada, der Unternehmen aus dem Ausland je gewährt wurde ‒ und zwar nicht nur auf Bundesebene, sondern auch in den Provinzen und Kommunen.

KMUs profitieren besonders

Die EU-Kommission ist sich sicher: Von dem Abkommen werden ganz besonders die kleineren Unternehmen profitieren, die sich den mit Exporten nach Kanada verbundenen bürokratischen Aufwand am wenigsten leisten können. Sie würden Zeit und Geld sparen, wenn beispielsweise doppelte Prüfanforderungen für Waren, langwierige Zollverfahren und hohe Rechtskosten wegfallen.

Die EU muss aus CETA lernen

Der Maschinenbau verspricht sich durch CETA deutliche Handelserleichterungen. Allerdings mahnt der VDMA aktuell, dass die EU aus der öffentlichen Debatte um CETA lernen und sich bei künftigen Handelsabkommen auf ihre Kompetenzen konzentrieren muss.

„Die Umsetzung von CETA zeigt, dass Europa zu ambitionierten Handelsabkommen bereit ist. Für den Maschinenbau ergeben sich deutliche Handelserleichterungen durch den Zollabbau und die vereinbarte Zusammenarbeit bei der technischen Regulierung. Solche Abkommen würden Europa auch mit anderen Wachstumsregionen gut zu Gesicht stehen, beispielsweise mit der südamerikanischen Gemeinschaft Mercosur oder weiteren ASEAN-Staaten“, sagt Ulrich Ackermann, Leiter der Abteilung Außenwirtschaft im VDMA.

„Allerdings muss die EU aus den zähen Verhandlungen zu CETA ihre Lehren ziehen. Es kann nicht sein, dass jedes Handelsabkommen einen politischen Kraftakt voraussetzt. Gemischte Abkommen, bei denen die EU in die Kompetenzen der Mitgliedsstaaten eingreift, haben keine Zukunft. In der Handelspolitik geht es in erster Linie um die Öffnung von Märkten für europäische Unternehmen, darauf sollte sich die EU wieder stärker konzentrieren", so Ackermann weiter.

16 Prozent der Exporte nach Kanada

Für den deutschen Maschinenbau sind Handelsverträge von besonders großer Bedeutung: 2016 erwirtschaftete die Industrie rund 77 Prozent ihrer Umsätze im Ausland (155,9 Milliarden Euro), davon mehr als die Hälfte außerhalb der EU. Nach Kanada verkaufte der Maschinenbau im vergangenen Jahr Güter im Wert von 1,5 Milliarden Euro. Damit kamen rund 16 Prozent aller deutschen Exporte nach Kanada aus dieser Industrie. Im ersten Halbjahr 2017 beliefen sich die deutschen Maschinenexporte nach Kanada auf 700 Millionen Euro, ein Minus von 11,1 Prozent zum Vorjahr.

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