Sollte die Politik Übernahmen von deutschen High-Tech-Firmen durch chinesische (Staats)-Konzerne verhindern?

Ja. Wenn die Übernahmen so weitergehen, wird die Basis von High-Tech-Unternehmen in Deutschland dahinschmelzen.
33% (19 Stimmen)
Nein. Wir leben in einer Marktwirtschaft und wenn ein Unternehmen offen für neue Investoren ist, sollte sich der Staat nicht einmischen.
9% (5 Stimmen)
So einfach ist die Situation nicht. Wenn deutsche Firmen nicht in gleichem Maße in China zukaufen dürfen, müssen Regelungen gefunden werden, die dem Interesse beider Seiten Rechnung tragen.
59% (34 Stimmen)

Insgesamt haben 58 User an unserer Umfrage teilgenommen.

Die sich beschleunigende Übernahme deutscher Hightech-Unternehmen durch chinesische Investoren hat die deutsche Politik auf den Plan gerufen. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel wollte zunächst eine Übernahme von Kuka durch Midea verhindern, indem er sich für konkurrierende Angebote aus dem europäischen Markt stark machte. Nun zog er die Unbedenklichkeitserklärung für den Fujian Grand Chip Investment Fund zurück, der den deutschen Spezialmaschinenbauer Aixtron aufkaufen will; dies hatte auch mit Sicherheitsbedenken der US-Amerikaner zu tun.

Grabriel plant eine europäische Lösung, die es chinesischen Konzernen nicht mehr so leicht macht, Hightech-Firmen in Europa übernehmen. Regierungen sollen demnach das Recht haben, den Kauf von Unternehmensanteilen zu untersagen, wenn der Käufer mehr als 25 Prozent der Stimmrechte und damit die Grenze zur Sperrminorität erreicht. Ein Eingriff soll vor allem dann gerechtfertigt sein, wenn ein anderer Staat die Finger im Spiel hat.

Der VDMA spricht sich jedoch gegen einen derartigen erweiterten Schutz vor ausländischen Investoren aus. "Die Maschinenbauer in Deutschland wünschen sich vor allem gleiche Bedingungen für ihre eigenen Investitionen im Ausland, wie sie in der EU gegeben sind", sagte VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann. Ähnlich äußerte sich Daimler-Chef Dieter Zetsche gegenüber dem "Handelsblatt": "Die Stärke des Wirtschaftsstandortes Deutschland kommt doch daher, dass Wirtschaft und Staat weitgehend getrennt sind. Diese Trennung sollten wir auch erhalten." Dirigistische Eingriffe würden nicht zum Erfolg führen.