Industrie und Kreditwirtschaft befürchten Wachstumseinbußen durch die geplante

Industrie und Kreditwirtschaft befürchten Wachstumseinbußen durch die geplante Finantransaktionssteuer (Bild: ChaotiC_PhotographY - Fotolia).

ESSEN (Dow Jones/ks)–In einer gemeinsamen Stellungnahme für den Bundestag warnen die Spitzenverbände von Industrie, Arbeitgebern, Handwerk, Handel, Versicherungen und Banken, die Steuer würde nicht nur negative Auswirkungen auf den Finanzsektor haben, sondern “schädliche Folgen für Unternehmen, Beschäftigte und die Wirtschaft insgesamt nach sich ziehen”, wie die Zeitungen der “WAZ”-Gruppe unter Berufung auf ein Papier für den Bundestagsfinanzausschuss berichten.

Durch den Steuervorschlag der EU-Kommission seien Wachstumseinbußen zu erwarten, die allein in Deutschland das allgemeine Steueraufkommen um schätzungsweise 10 Mrd Euro verringern würden – die kalkulierten Einnahmen aus der Finanztransaktionssteuer würden damit überkompensiert. Zur Korrektur von Fehlentwicklungen an den Finanzmärkten sei die Steuer andererseits ungeeignet, wegen der Ausweichreaktionen werde es eher zu einer Destabilisierung der Märkte kommen, warnen die Wirtschaftsverbände weiter.

Fast wortgleich kritisieren die Spitzen der deutschen Kreditwirtschaft die Pläne. Unerwünschte Spekulationen würden nicht verhindert, dafür müssten Unternehmen und Bürger höhere Preise für Finanzprodukte bezahlen, auch die betriebliche und private Altersvorsorge werde belastet.

Die Verbände beziehen sich auf einen Vorschlag der EU-Kommission, Börsengeschäfte in der EU mit einer Steuer von 0,1% auf den Preis für Aktien und 0,01% für Derivate zu belasten. Die EU-Kommission rechnet europaweit mit 57 Mrd Euro an Steuereinnahmen.