Merkel Widodo

Deutschland und Indonesien wollen ihre Zusammenarbeit besonders im Bereich der Wirtschaft weiter ausbauen. Das betonte Bundeskanzlerin Merkel nach ihrem Gespräch mit dem indonesischen Präsidenten Widodo. - Bild: Bundesregierung/Kugler

Die Bundesregierung werde sich dafür einsetzen, dass aus den Vorbereitungsgesprächen für ein solches Abkommen "bald auch Verhandlungen" werden könnten, sagte Kanzlerin Angela Merkel am Montag beim Besuch des indonesischen Präsidenten Joko Widodo in Berlin. Zuvor hatte Siemens anlässlich der Visite zwei Absichtserklärungen mit dem indonesischen Energieversorger Perusahaan Listrik Negara unterzeichnet.

Merkel sagte, Indonesien habe ein sehr starkes Interesse an einem Freihandelsabkommen mit der EU. Es gebe bereits ein Freihandelsabkommen zwischen Indonesien und China, "und wenn Europa den Handel verstärken will, dann brauchen wir ein solches Freihandelsabkommen", betonte die Kanzlerin.

Hintergrund der europäischen Bemühungen ist die Dominanz Chinas im asiatischen Wirtschaftsraum. Peking hat bereits ein Freihandelsabkommen mit dem ostasiatischen Staatenbund ASEAN abgeschlossen, dem auch Indonesien angehört.

Siemens unterzeichnet Abkommen für Energiekooperation

Siemens und der indonesische Energieversorger Perusahaan Listrik Negara wollen derweil bei der Entwicklung dezentraler Stromerzeugungsanlagen mit einer Leistung von 500 Megawatt (MW) sowie beim Ausbau des indonesischen Stromübertragungs- und -verteilungsnetzes zusammenarbeiten, wie Siemens am Montag mitteilte.

Bis zum Jahr 2019 soll die Stromerzeugung in Indonesien um 35 Gigawatt (GW) ausgebaut werden. Darüber hinaus sieht das Infrastruktur-Programm der Regierung die Erweiterung des Übertragungs- und Verteilungsnetzes vor, um die Stromversorgung in den Ballungsgebieten sicherzustellen. Mit rund 1.500 Mitarbeitern erwirtschaftete Siemens Indonesien im Geschäftsjahr 2015 einen Umsatz von rund 263 Millionen Euro.