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Union und SPD haben sich auf ein Gesetz zur Lohngleichheit von Frauen und Männern geeinigt. - Bild: Pixabay

"Das ist ein Kompromiss und das ist ein guter Kompromiss", sagte Oppermann am Anschluss an Beratungen im Koalitionsausschuss. "Das ist ein großer Schritt nach vorn für gleiche Bezahlung und gegen Lohndiskriminierung."

In Firmen ab 200 Mitarbeitern kann sich der Betriebsrat an das Management wenden und Auskunft darüber verlangen, wie Männer und Frauen bezahlt werden. Bei Betrieben ohne Tarifverträge soll der Auskunftsanspruch direkt gegen den Arbeitgeber bestehen.

Laut Hasselfeldt hat aber der einzelne Mitarbeiter kein individuelles Recht, sich über das Gehaltsgefüge in seinem Unternehmen zu informieren. Die jetzt gefundene Lösung sei wesentlich unbürokratischer als die ursprünglichen Vorschläge der SPD. "Es ist angelehnt an den Koalitionsvertrag, geht nicht darüber hinaus", meinte die CSU-Politikerin.

Unternehmen ab 500 Beschäftigten müssen nach dem Willen der Koalition selbst aktiv werden und Prüfverfahren zur Lohngleichheit vornehmen. Einmal im Jahr werden sie künftig einen Bericht zur Thematik vorzulegen haben.

In Deutschland verdienen Frauen im Schnitt 20 Prozent weniger als Männer, weil sie in schlechter bezahlten Berufen arbeiten, seltener an die Spitze gelangen und häufiger in Teilzeit tätig sind. Die Wirtschaftspolitiker von CDU und CSU hatten das Prestigeprojekt von SPD-Familienministerin Manuela Schwesig verhindern wollen. Sie kritisierten es als Bürokratiemonster.

Die Arbeitgeber gaben sich hingegen versöhnlich. "Es ist zu begrüßen, dass die Koalitionspartner davon Abstand genommen haben, allen Unternehmen, also auch tarifanwendenden Betrieben und solchen mit einem Betriebsrat, zusätzliche Kontrollverfahren, Berichts- und Auskunftspflichten vorzuschreiben", erklärte Arbeitgeberchef Ingo Kramer.

IG Metall begrüßt Einigung

Die IG Metall hat die im Koalitionsausschuss getroffene Vereinbarung zum Gesetz für mehr Lohngerechtigkeit begrüßt. „Der Gesetzentwurf ist ein erster wichtiger Schritt für mehr Lohngerechtigkeit und Transparenz. Jetzt gilt es, den Entwurf rasch in ein taugliches Gesetz zu gießen, denn ungleiche Bezahlung für gleichwertige Arbeit passt nicht mehr in die moderne Arbeitswelt des 21. Jahrhunderts“, sagte Christiane Benner, Zweite Vorsitzende der IG Metall, am Donnerstag in Frankfurt.

Der Gesetzentwurf stärke zudem die Tarifparteien. „Da, wo Betriebsräte mitbestimmen und wo Tarifverträge Anwendung finden, stellen wir deutlich weniger Diskriminierung fest. Die Lohnlücke ist dort geringer“, betonte der Erste Vorsitzende der IG Metall, Jörg Hofmann. „Tarifverträge tragen eindeutig zu mehr Geschlechtergerechtigkeit bei, das honoriert das Gesetz.“

Positiv bewertete Benner, dass das individuelle Auskunftsrecht für alle Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in tarifgebundenen Betrieben bereits ab 200 Beschäftigten gelten solle. „Der gesetzlich geregelte individuelle Auskunftsanspruch ist ein geeignetes Instrument, um eine unterschiedliche Entlohnung zwischen Männern und Frauen aufzudecken und abzustellen“, sagte die Gewerkschafterin.

Die Union wollte ursprünglich die ausschlaggebende Beschäftigtenzahl auf 500 Beschäftigte erhöhen. Vereinbart wurde auch, dass in Betrieben ohne Tarifvertrag dieses Auskunftsrecht bereits für alle Betriebe mit mehr als 100 Beschäftigten gelten solle.

Mit Material von Dow Jones Newswires und der IG Metall

Arbeitgeber mit dem höchsten mittleren Einkommen

  • Platz 10: SAP, Branche: Technologie, mittleres Einkommen: 65.000 Euro. - Bild: SAP

    Platz 10: SAP, Branche: Technologie, mittleres Einkommen: 65.000 Euro. - Bild: SAP

  • Platz 9: Continental, Branche: Automobil-/Zuliefererindustrie, mittleres Einkommen: 65.585 Euro. - Bild: Continental

    Platz 9: Continental, Branche: Automobil-/Zuliefererindustrie, mittleres Einkommen: 65.585 Euro. - Bild: Continental

  • Platz 5: Deutsche Bank, Branche: Banken, mittleres Einkommen: 70.630 Euro. - Bild: Deutsche Bank

    Platz 5: Deutsche Bank, Branche: Banken, mittleres Einkommen: 70.630 Euro. - Bild: Deutsche Bank

  • Platz 5: Daimler, Branche: Industrie, mittleres Einkommen: 70.630 Euro. - Bild: Daimler

    Platz 5: Daimler, Branche: Industrie, mittleres Einkommen: 70.630 Euro. - Bild: Daimler

  • Platz 5: Commerzbank, Branche: Banken, mittleres Einkommen: 70.630 Euro. - Bild: Commerzbank

    Platz 5: Commerzbank, Branche: Banken, mittleres Einkommen: 70.630 Euro. - Bild: Commerzbank

  • Platz 5: Bayer, Branche: Industrie, mittleres Einkommen: 70.630 Euro. - Bild: Bayer

    Platz 5: Bayer, Branche: Industrie, mittleres Einkommen: 70.630 Euro. - Bild: Bayer

  • Platz 4: Bosch, Branche: Industrie, mittleres Einkommen: 75.675 Euro. - Bild: Bosch

    Platz 4: Bosch, Branche: Industrie, mittleres Einkommen: 75.675 Euro. - Bild: Bosch

  • Platz 3: BASF, Branche: Industrie, mittleres Einkommen: 76.684 Euro. - Bild: BASF

    Platz 3: BASF, Branche: Industrie, mittleres Einkommen: 76.684 Euro. - Bild: BASF

  • Platz 1: Siemens, Branche: Industrie, mittleres Einkommen: 80.720 Euro. - Bild: Siemens

    Platz 1: Siemens, Branche: Industrie, mittleres Einkommen: 80.720 Euro. - Bild: Siemens

  • Platz 1: Roland Berger, Branche: Beratung, mittleres Einkommen: 80.720 Euro. - Bild: Roland Berger Stiftung

    Platz 1: Roland Berger, Branche: Beratung, mittleres Einkommen: 80.720 Euro. - Bild: Roland Berger Stiftung