Erbschaftssteuer

Die zwischen Bundestag und Bundesrat umstrittene Reform der Erbschaftssteuer wird jedenfalls erst Anfang September im Vermittlungsausschuss verhandelt. - Bild: kru

Die zwischen Bundestag und Bundesrat umstrittene Reform wird jedenfalls erst Anfang September im Vermittlungsausschuss verhandelt. Wie der Bundesrat am Mittwoch mitteilte, ist die entsprechende Sitzung für den 8. September geplant.

Weil sich das Bundesverfassungsgericht aber schon Ende September erneut mit der umstrittenen Reform befassen will, könnte die Zeit für eine Einigung in der Politik knapp werden. Deswegen war aus dem Finanzministerium eigentlich ein schnelleres Vorgehen angemahnt worden. "Im Bundesfinanzministerium erwartet man, dass der Vermittlungsausschuss schon in der Sommerpause zusammentritt, um die Zeit nicht ungenutzt verstreichen zu lassen," hatte eine mit den Beratungen vertraute Person aus dem Umfeld von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) gesagt. Auch aus den Ländern war von einer Sitzung möglicherweise schon im August die Rede gewesen.

Die Karlsruher Verfassungsrichter hatten der Politik ursprünglich bis zum 30. Juni Zeit gegeben, um die Bestimmungen für die Vererbung von Unternehmen neu zu fassen. Die Reform ist nötig, weil das Verfassungsgericht im Dezember 2014 die derzeit geltenden Regelungen zu Ausnahmen für Firmenerben in Teilen verworfen hatte. Schäuble gelang zwar letztlich mit SPD-Chef Sigmar Gabriel und dem CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer eine Einigung - doch die Länder riefen den Vermittlungsausschuss an, "mit dem Ziel der grundlegenden Überarbeitung" des Gesetzes.

Geplant sind nach derzeitigem Stand geringere Ausnahmen für Kleinunternehmen als nach bisherigem Recht - aber größere als zunächst zwischen den Parteien vereinbart. Auch das Privatvermögen der Unternehmer soll demnach künftig bei der Zahlung der Erbschaftsteuer auf Betriebe herangezogen werden. Erben von Betrieben mit bis zu fünf Beschäftigten sollen aber bei Fortführung des Betriebes keine Steuer zahlen müssen. Seehofer setzte dafür Änderungen an einem schon vereinbarten Kompromiss durch. Vertreter von SPD und Grünen bemängeln aber, die Nachbesserungen machten der Wirtschaft zu weit reichende Zugeständnisse.

Die zehn größten Industrie-Familienunternehmen der Welt

  • Peugeot

    Mit Marken wie Peugeot und Citroen landet der französische Autobauer mit einem Umsatz von 71,8 Milliarden US-Dollar auf Platz 10. 37,9 Prozent des Konzerns gehören der Familie Peugeot, die das Unternehmen 1810 gründete. Das Bild zeigt einen Verbrauchstest unter realistischen Bedingungen. - Bild: Peugeot

  • Reliance Industries Limited

    Auf Platz 9 kommt das größte indische Unternehmen im Familienbesitz. Der Textil- und Erdölkonzern setzte 72 Milliarden US-Dollar um. Reliance Industries Limited wurde 1966 von Dhirubhai Ambani gegründet, die Ambani-Familie hält 45,3 Prozent. 2006 zerstritten sich die beiden Brüder, die das Unternehmen geerbt hatten, der Konzern wurde geteilt. - Bild: Reliance Industries Limited

  • ArcelorMittal

    Mit superbreiten LKWs für Minen auf Platz 8: Die Mittal-Familie hat einen Anteil von 39,4 Prozent am Unternehmen. Der niederländisch-luxemburgische Minen-und Stahlspezialist ArcelorMittal setzte 79,4 Milliarden US-Dollar um und gilt mit rund 230.000 Mitarbeitern als größter Stahlproduzent der Welt. Vorstandsvorsitzender ist Lakshmi N. Mittal. - Bild: ArcelorMittal

  • Arabian Fal Group

    Wenn Ölquellen sprudeln: Auf Platz 7 landet die Öl- und Baufirma Arabian Fal Group, deren Umsatz 82,2 Milliarden US-Dollar betrug. Die Familie Alsayed hält mehr als 50 Prozent der Anteile des 1979 mit fünf Mitarbeitern gegründeten Unternehmens, das heute lediglich rund 4.000 Menschen beschäftigt. - Bild: Arabian Fal Group

  • BMW

    Mit 101 Milliarden US-Dollar Umsatz landet BMW auf Platz 6. Immerhin 46,7 Prozent des Münchener Autobauers gehören der Familie Quandt. Aufgebaut hat die Familie den Konzern jedoch nicht. Herbert Quandt trat erst 1959 – 42 Jahre nach der Gründung von BMW – auf den Plan und stärkte den Konzern, der zuvor fast abgewickelt worden wäre, mit einer Kapitalerhöhung.- Bild: BMW Group

  • Koch industries

    Unterstützer der US-Republikaner: Der Mischkonzern Koch industries gehört zu 84 Prozent der Koch-Familie und ist unter anderem in den Bereichen Erdöl, Chemie, Energie, Asphalt, Erdgas, Kunstdünger sowie Nahrungsmittel tätig. Der Umsatz betrug 115 Milliarden US-Dollar, das entspricht Platz 5. - Bild: Wikipedia

  • Ford Motor Company

    Platz 4 belegt die Ford Motor Company mit 146,9 Milliarden US-Dollar Umsatz. Immerhin 40 Prozent des börsennotierten Automobilpioniers gehören noch der Familie Ford. - Bild: Ford

  • EXOR SpA

    Platz 3: Exor SpA. Der italienische Mischkonzern hat unter anderem Anteile an Fiat, Ferrari, dem Fussballverein Juventus Turin und dem Zeitschriften-Verlag "The Economist Group". Die Agnelli-Familie gründete den Konzern 1927 und hält heute noch 51,4 Prozent der Anteile. Der Umsatz betrug 151,1 Milliarden US-Dollar. Das Bild zeigt John Elkann, Präsident von Exor, und Sergio Marchionne, Chef von Fiat, mit einem Fiat 500 aus dem Original-Baujahr 1957.- Bild: Exor

  • Berkshire Hathaway

    Einer der bekanntesten Milliardäre der Welt: Der Vorsitzende Warren Buffett, im Bild mit Barack Obama, hält 34,5 Prozent an der Berkshire Hathaway, Inc. Die Beteiligungen an über 80 Firmen bescherten einen Umsatz von 182,2 Milliarden US-Dollar und damit Platz 2. Ohne seine Aktienverkäufe für Spenden wäre Buffett mit Abstand der reichste Mensch der Welt, so kommt er „nur“ an zweiter Stelle.- Bild: Wikipedia

  • Volkswagen

    Platz 1 belegt die Volkswagen AG mit 261,6 Milliarden US-Dollar Umsatz. Die Familie Porsche hat einen Anteil am Wolfsburger Unternehmen von 32,2 Prozent. Ferdinand Porsche hatte im Auftrag von Hitler den ersten „Volkswagen“ entwickelt und wurde 1938 Vorsitzender der Volkswagenwerk GmbH. Angesichts der drohenden Strafzahlungen aufgrund des VW-Diesel-Skandals vor allem in den USA könnte sich das Familieneinkommen demnächst verringern. - Bild: Volkswagen

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