EU-Kommission

Die EU-Kommission untersucht schon länger, ob der US-Konzern die Marktposition seines Smartphonebetriebssystems Android ausnutzt. - Bild: EU-Kommission

Die EU-Kommission untersucht schon länger, ob der US-Konzern die Marktposition seines Smartphonebetriebssystems Android ausnutzt. Nun habe die Brüsseler Behörde Wettbewerber gebeten, bereits eingereichte Informationen zu Android für die Öffentlichkeit freizugeben, sagten mehrere mit der Sache vertraute Personen.

Das deute darauf hin, dass die EU eine Liste mit Beschwerdepunkte vorbereite, das sogenannte "statement of objections" gegen Google. Sobald die Klage offiziell eingereicht wurde, muss die EU mit dem US-Technologiekonzern die Beweise teilen, auf denen sie beruht.

Als die EU-Kommission Google im vergangenen Jahr beschuldigt hatte, die Marktposition seiner Suchmaschine zu missbrauchen, um die eigenen Shopping-Dienste zu bevorzugen, da sei sie ähnlich vorgegangen, hieß es. Google weist die Vorwürfe, gegen das Kartellrecht der EU zu verstoßen, zurück. Weder die Kommission noch Google wollten sich zu diesem Bericht äußern.

Konkret geht es um den Vorwurf, dass Google von Smartphone- und Tabletherstellern verlangt, gleich eine ganze Reihe von Google-Apps und Diensten für Nachrichten, Suchen, Email und andere Funktionen vorzuinstallieren, wenn ein Hersteller nur einige davon verwenden möchte. Zudem geht die Kommission dem Vorwurf nach, Google hindere die Gerätehersteller daran, modifizierte Version des Betriebssystems zu entwickeln, obwohl der Konzern behauptet, Android sei eine offene mobile Plattform.

Ausgehend von dem Timing der Schritte der EU dürfte eine formelle Anklage nur noch eine Frage von Wochen sein, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person.