Martin Schulz, EU, Parlamentspräsident

Martin Schulz, EU-Parlamentspräsident: "Vor Großbritannien liege vor allem ein wirtschaftlich schwerer Weg." - Bild: Europäisches Parlament

Führende europäische Spitzenpolitiker haben sich nach dem Sieg des Brexit-Lagers in Großbritannien geschockt gezeigt. Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sprach von einem "traurigen Tag für Europa und Großbritannien". Das Ergebnis sei mehr als ernüchternd.

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) bemühte sich um Fassung. "Wir respektieren dieses Ergebnis aber Großbritannien hat entschieden, zu gehen", sagte Schulz im ZDF. Vor Großbritannien liege vor allem ein wirtschaftlich schwerer Weg. Zu beobachten sei "ein Kursverfall des britischen Pfundes". Er möchte nicht, dass das dem Euro auch passiere, so Schulz.

Sondersitzung des EU-Parlaments

Das EU-Parlament wird wahrscheinlich am Dienstag zu einer Sondersitzung zusammenkommen, wie der Parlamentspräsident ankündigte. Es komme jetzt darauf an, seriös mit Großbritannien zu verhandeln und in Europa zusammenzubleiben. "Die Kettenreaktion, die die Euroskeptiker feiern, die wird es nicht geben", sagte Schulz.

SPD-Parteichef und Vizekanzler Sigmar Gabriel verlieh seiner Enttäuschung auf dem Kurznachrichtendienst Twitter Ausdruck. ""Damn! Ein schlechter Tag für Europa", schrieb der Bundeswirtschaftsminister am Freitagmorgen.

Der frühere schwedische Außenminister Carl Bildt blickt düster auf die Zukunft der Europäischen Union. "Wenn das Leave-Lager gewinnt, geraten wir in ein Schlamassel mit großer Unsicherheit für lange Zeit."

EU-Gegner feiern Brexit

Die EU-Gegner in anderen Ländern feierten hingegen den EU-Austritt des Vereinigten Königreiches. Geert Wilders, Chef der niederländischen "Partei für die Freiheit" verlangt nun ebenfalls eine Volksabstimmung über den Verbleib seines Landes in der EU. "Die Niederländer haben auch das Recht auf ein Referendum", forderte Wilders.

In Frankreich schlug Marine Le Pen, Chefin des rechtsextremen Front National, in die gleiche Kerbe und verlangte eine Volksabstimmung. "Wie ich es seit Jahren fordere, müssen wir jetzt ein gleiches Referendum in Frankreich und anderen EU-Ländern haben", erklärte Le Pen.