Bündnis drängt auf Totalverbot. - Bild: Fotolia

Bündnis drängt auf Totalverbot. - Bild: Fotolia

Unterdessen hat ein Bündnis aus Umweltschutzverbänden, der Evangelischen Kirche und der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) von der Großen Koalition ein Totalverbot der Fördermethode für Erdgas und Öl verlangt. “Ich kann natürlich nicht für das Kabinett sprechen. Aber in der Koalition gibt es noch in einigen Punkten Beratungsbedarf”, sagte der SPD-Frackingexperte Bernd Westphal zu Dow Jones Newswires.

Die “Rheinische Post” hatte bereits am Wochenende berichtet, dass die Abgeordneten mehr Zeit verlangen und die Entwürfe daher noch nicht ins Kabinett eingebracht werden sollen. Schwarz-Rot will das Fracking unter strengen Auflagen erlauben. “Es gibt Risiken und deshalb nehmen wir den Schutz des Grundwassers überaus ernst”, sagte Westphal. So sollen beispielsweise Bohrungen in Natur- und Wasserschutzgebieten grundsätzlich verboten werden.

Verbänden und Organisationen aus dem Umweltbereich wie NABU oder dem Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) gehen diese Zusagen nicht weit genug. Am Montag forderten sie – unterstützt von der Evangelischen Kirche und der Gewerkschaft NGG – den totalen Fracking-Bann in Deutschland. Mit ihrem Regelungspaket “nimmt es die Regierung in Kauf, dass es zu Umwelt- und Gesundheitsschäden kommt und der Schutzstatus sensibler Gebiete ad absurdum geführt wird”, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung.

Beim Fracking handelt es sich um eine Fördermethode von Erdgas- und Erdöl, das fest im Gestein eingeschlossen ist. Um den Rohstoff zu lösen, wird ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien in die Tief gepumpt, um das Gestein aufzubrechen. Gas und Öl können entweichen. In Deutschland wird Erdgas seit den 1960er Jahren auf diese Weise nach oben geholt.

Dow Jones Newswires/Andrea Hecht