Wolfgang Schäuble

Die Minister und Notenbanker wollen bei ihrem ersten Treffen unter chinesischem G20-Vorsitz in kurz- und langfristig angelegten Diskussionen über das Wachstum sprechen. Sie würden "die aktuelle Lage und Perspektiven der Weltwirtschaft erörtern", erklärte das Bundesfinanzministerium. - Bild: Ilja C. Hendel/Bundesministerium der Finanzen

Über entsprechende Maßnahmen wollen die Finanzminister und Notenbankchefs der Staatengruppe am Freitag und Samstag bei einem Treffen in Shanghai diskutieren. Das Treffen bereitet den G20-Gipfel Anfang September in Hangzhou vor, bei dem die Wachstumsentwicklung ein Hauptthema ist.

Die Minister und Notenbanker wollen bei ihrem ersten Treffen unter chinesischem G20-Vorsitz in kurz- und langfristig angelegten Diskussionen über das Wachstum sprechen. Sie würden "die aktuelle Lage und Perspektiven der Weltwirtschaft erörtern", erklärte das Bundesfinanzministerium.

Berlin wolle sich dabei für eine "umfassende Umsetzung von Strukturreformen als Basis für künftiges Wachstum aussprechen" und unterstütze eine Initiative der chinesischen Präsidentschaft für eine "erweiterte Strukturreformagenda". Im Rahmen dieser Agenda sollten Prinzipien für besonders wachstumsfreundliche Strukturreformen sowie Indikatoren zur Messung der Reformfortschritte erarbeitet werden.

Peking will mehr Schwung für die Weltwirtschaft

Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) könnte in der chinesischen Metropole aber auch versuchen, seine Kollegen auf eine nach seiner Einschätzung längst nötige Zinswende einzuschwören. Schäuble hat bereits mehrfach vor der Gefahr von Blasen durch die ultralockere Geldpolitik gewarnt.

Die G20 müssen ihre Wachstumspolitik nach Einschätzung Chinas generell neu ausrichten, weil sie nun einen "Wendepunkt" erreicht haben. "Viele Länder leiden unter einer Reihe ungünstiger Faktoren, darunter ein anämisches Weltwirtschaftswachstum, einen Rückgang des Potenzialwachstums, eine zunehmende Volatilität an den Finanzmärkten, eine Schwächung von globalem Handel und Investitionen, ein hohes Arbeitslosigkeitsniveau und Ungleichheiten," erklärt Peking in seinen Leitbemerkungen zum G20-Vorsitz.

"Aufgrund einer wachsenden Ungleichheit bei der Wirtschaftsleistung und den politischen Prioritäten unter den größten Volkswirtschaften sehen wir zunehmende Schwierigkeiten bei der Koordinierung der makroökonomischen Politik," heißt es in dem Papier. "Die Weltwirtschaft verlangt nach zusätzlichem Schwung."