Die Lokführer-Gewerkschaft GDL hatte im festgefahrenen Tarifkonflikt mit der Bahn am Sonntag für

Die Lokführer-Gewerkschaft GDL hatte im festgefahrenen Tarifkonflikt mit der Bahn am Sonntag für einen fast einwöchigen Streik im Güter- und Personenverkehr aufgerufen. - Bild: dpa

Die Streikankündigung der Lokführer-Gewerkschaft stößt in der Regierungskoalition auf Kritik. “Der Tarifstreit bei der Bahn ist für Außenstehende kaum noch nachzuvollziehen.”

Ddas sagte Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) der Bild-Zeitung. “Der angekündigte Streik wird Pendler und Reisende, aber auch die Deutsche Bahn und die gesamte deutsche Wirtschaft insgesamt schwer treffen.”

Alle Beteiligten müssten sich fragen, ob der Schaden, den dieser Ausstand anrichten könnte, noch in einem vernünftigen Verhältnis zur eigentlichen Auseinandersetzung stehe. “Statt Deutschland lahmzulegen, brauchen wir ernsthafte Verhandlungen”, sagte der Vizekanzler.

Die Lokführer-Gewerkschaft GDL hatte im festgefahrenen Tarifkonflikt mit der Bahn am Sonntag für einen fast einwöchigen Streik im Güter- und Personenverkehr aufgerufen. Seit Monaten verhandeln die beiden Streithähne ohne Ergebnis, es gab bereits diverse Arbeitskämpfe der Lokführer, zuletzt Ende April. Kern des Konflikts ist nicht die Bezahlung – die GDL will nicht nur für Lokführer, sondern auch Zugbegleiter und Rangierführer eigene Verträge abschließen. Dies strebt auch die konkurrierende Gewerkschaft EVG an. Die Bahn wiederum will unterschiedliche Abschlüsse für dieselbe Berufsgruppe vermeiden.

Angesichts der verhärtete Fronten spricht sich der Dachverband Deutsche Beamtenbund (dbb), dem die GDL angehört, für eine Schlichtung aus. “Wenn dieser Streik nicht zu einem Verhandlungsergebnis führt, wird es sinnvoll sein, auf einen unabhängigen Dritten zurückzugreifen”, sagte dbb-Vorsitzender Klaus Dauderstädt der Süddeutschen Zeitung. Die Deutsche Bahn hatte die Lokführer ebenfalls aufgerufen, in die Schlichtung zu gehen.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke