Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel reist nach Teheran. Und die deutsche Wirtschaft steh

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel reist nach Teheran. Und die deutsche Wirtschaft steh bereit, die bilateralen Beziehungen zum Iran wieder aufzubauen. - Bild: SPD

Erste Station der Reise ist Teheran, wie eine Ministeriumssprecherin am Mittwoch in Berlin erklärte. Der SPD-Politiker wird von einer Wirtschaftsdelegation begleitet.

Wirtschaftsdelegation mit an Bord

Die deutsche Wirtschaft stehe bereit, die bilateralen Beziehungen zum Iran wieder aufzubauen, sagte die Sprecherin. Unternehmen und Industrie seien sehr “an einer Normalisierung der Wirtschaftsbeziehungen” interessiert.

Nach jahrelangen Verhandlungen war am Dienstag in Wien ein Durchbruch in den Atomgesprächen mit dem Iran erzielt worden. Das Land verzichtet auf eine nukleare Aufrüstung, im Gegenzug werden zunächst die Wirtschafts- und Finanzsanktionen gegen den Iran “schrittweise und unter strengen Auflagen” aufgehoben. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Internationale Atomenergiebehörde die Umsetzung der iranischen Zusagen im Nuklearbereich bestätigt. Man rechne damit “frühestens Anfang 2016″, hieß es aus Diplomatenkreisen. Bis dahin ändere sich die Rechtslage nicht, die Strafmaßnahmen bleiben in Kraft.

Exportvolumen von über zehn Milliarden Euro realistisch

Die Möglichkeiten im Iran sind für deutsche Unternehmen enorm. Das Land verfügt über große Rohstoffvorräte, unter anderem Öl und Erdgas. Vor dem Hintergrund einiger Sanktionslockerungen stiegen die deutschen Exporte nach Iran 2014 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bereits um fast 30 Prozent, wie das Auswärtige Amt mitteilt. Die Importe aus Iran nach Deutschland legten um 8 Prozent zu. Das bilaterale Handelsvolumen betrug vergangenes Jahr 2,69 Milliarden Euro.

Der BDI hält mittelfristig ein Exportvolumen von über zehn Milliarden Euro für realistisch.

Der niedersächsische Wirtschaftsminister Olaf Lies, ein Parteifreund Gabriels, plant bereits seit längerem eine Delegationsreise zu den Mullahs. Vom 2. bis 7. Oktober will der Politiker zusammen mit seiner Wirtschaftsdelegation wirtschaftliche und politische Gespräche unter anderem mit iranischen Verbands- und Kammervertretern und der iranischen Investitionsbehörde führen.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke