Sigmar Gabriel: "Kleine und mittlere Familienunternehmen stehen für eine Unternehmenskultur, die

Sigmar Gabriel: "Kleine und mittlere Familienunternehmen stehen für eine Unternehmenskultur, die ihresgleichen sucht." - Bild: Bundesregierung

“Kleine und mittlere Familienunternehmen stehen für eine Unternehmenskultur, die ihresgleichen sucht”, sagte der SPD-Vorsitzende am Donnerstag in Berlin. Um sie zu schützen, versprach Gabriel der Wirtschaft Unterstützung.

Gemeinsam mit dem Industrie- und Handelskammertag (DIHK), dem Bundesverband der Deutschen Industrie und dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) will er sich zentrale Zukunftsfelder vornehmen.

Erstens soll der Ruf von Gründern und Unternehmern hierzulande verbessert werden. Besonders bei den Frauen bestehe ein großes ungenutztes Potenzial für Selbstständigkeit und den Berufswunsch “Gründerin”. Um Startups und jungen Firmen einen leichteren Zugang zu Wagniskapital zu verschaffen, versicherte der Wirtschaftsminister erneut, steuerliche Nachteile für Business Angels zu beseitigen.

Ruf von Gründern und Unternehmern verbessern

Zweitens soll eine Ausbildung bei Industrie und Handwerk attraktiv bleiben. Leistungsschwächere Schüler will das Bündnis nachschulen und Studienabbrecher gezielt für eine Lehre gewinnen. Dasselbe gilt für Flüchtlinge aus Krisengebieten.

Die Firmen auf die Umwälzungen der Digitalisierung vorzubereiten, soll drittens über gezielte Beratungsangebote geleistet werden. Chefs und Vorstände will das Bündnis für das Geschäft mit Daten sensibilisieren. Die Wirtschaft wünscht sich, dass Rechtssicherheit geschaffen wird, wenn zunehmend autonom entscheidende Maschinen Unfälle verursachen.

Reform der Erbschaftsteuer in der Kritik

Der DIHK drängte den Minister, bei der Reform der Erbschaftsteuer zusätzliche Belastungen zu verhindern. Die Familienunternehmer sind unzufrieden mit den Vorstellungen von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU).

Sie befürchten hohe Kosten für die Erben und als Folge davon den Verkauf der Firmen. “Eine mittelstandsfreundliche Regelung der Erbschaftsteuer steht ganz oben auf der Agenda”, verlangte DIHK-Präsident Eric Schweitzer. Er forderte im gleichen Atemzug, dass die Steuererklärungen in den Firmen nur noch fünf Jahre statt bisher zehn Jahre aufgehoben werden müssen.

Gabriel hat bereits ein Bündnis zur Zukunft der Industrie und einen Pakt für das Handwerk ins Leben gerufen. Ersteres soll in der Bevölkerung das Verständnis für industrielle Großprojekte stärken. Das Handwerk soll hauptsächlich dabei unterstützt werden, auch künftig genügend Lehrlinge zu finden.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke